Das sagen andere Vereine, die eine neue Heimat in der Landesliga Oberfranken finden könnten, zur Idee der Ligagründung:

VfL Frohnlach: Der Sportliche Leiter Christian Tremel steht einer oberfränkischen Landesliga positiv gegenüber: "Jedem Verein kommt es zugute, wenn er kürzere Wege zu den Auswärtsspielen hat und durch eine Vielzahl von Derbys das Zuschauerinteresse gesteigert wird. Gerade nach der Pandemie brauchen die Vereine jeden Zuschauer - da würden attraktive Spiele natürlich einen Teil dazu beitragen."

Allerdings glaubt der ehemalige Regionalliga-Torwart, dass der Bayerische Fußballverband (BFV) aktuell ganz andere Sorgen hat und eine neue Landesliga keine Priorität genießt. "Wenn man aber zukunftsorientiert den gehobenen Amateur-Fußball gerade auf der Fläche erhalten will, wird an solchen Planungen oder Konzepten kein Weg vorbeiführen."

SV Friesen: Der Klub aus dem Frankenwald hält eine rein oberfränkische Liga nicht für realisierbar. Nach Meinung des SV-Vorsitzenden Alexander Graf gibt es dafür schlichtweg zu wenige Teams aus Oberfranken, die aktuell in den Staffeln Nordost und Nordwest vertreten sind. "Eine oberfränkische Landesliga mit Bezirksligisten aufzufüllen, halten wir für nicht zielführend." Es benötige schon eine sportliche Qualifikation als Bezirksliga-Meister oder über die Relegation. Zudem lasse die Corona-Lage keine Prognosen zu, wie und wann es überhaupt weitergehe. "Gewiss hat der BFV derzeit mit virulenteren Problemen zu kämpfen und wird das Landesliga-Thema nicht unbedingt auf der Agenda haben", ist Graf überzeugt. Außerdem sei sein Klub mit der derzeitigen Situation in der Landesliga Nordwest mit vielen interessanten Gegnern aus Ober-, Mittel- und Unterfranken sehr zufrieden.

Ob es mehr Zuschauer in der neuen Landesliga geben würde? Graf glaubt das nicht: "Wir können aus eigener Erfahrung sagen, dass Spiele gegen Kickers Selb oder Vorwärts Röslau keinesfalls Derbycharakter entfalten und somit auch wenig Zuschaueranziehungskraft hätten. Zudem sind die Entfernungen für uns ähnlich weit wie nach Mittel- oder Unterfranken."

FC Coburg: Eine Landesliga Oberfranken hätte nach Meinung von Wolfgang Gremmelmaier, dem Vorsitzenden des FC Coburg, einen gewissen Charme, da es zu vielen Derbys kommen könnte. Damit hätten die Vereine auch mehr Zuschauer. "Wenn es tatsächlich eine Chance gibt, die Landesligen in diese Richtung neu zu sortieren, sollte man das nutzen. Im Moment gibt es aber beim BFV viele coronabedingte Baustellen, die zuerst abgearbeitet werden müssen."

TSV Mönchröden: Reiner Geier, Spielausschuss-Vorsitzender des TSV sagt: "Eine solche Liga würde viele Lokalderbys bieten und wäre sicherlich für die Zuschauer sehr interessant. Dabei könnten die überschaubaren Anfahrtswege nicht nur die Reisekosten senken, sondern auch mehr Gäste-Fans zu Auswärtsspielen locken." Allerdings sei schwer einzuschätzen, ob eine derartige Spielklasse in die Ligen-Pyramide des BFV passt - nach oben und nach unten. Gerade in einer Zeit, in der nicht einmal der Starttermin für die restlichen Begegnungen der Corona-Saison feststehe. "Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass der BFV auf Basis der aktuellen Satzung und Spielordnung dieser Initiative positiv gegenüber steht. Insofern wird es wohl bei einem Traum bleiben", vermutet Geier.

FC Lichtenfels: Ohne konkret zu werden, sieht der FCL Vor- und Nachteile in einer neuen Landesliga. Die Idee müsse nach Meinung des Sportlichen Leiters Christopher Fischer erst detailliert ausgearbeitet werden: "Erst dann kann man eine klare Meinung dazu abgeben." Der FCL wurde - ähnlich wie der SV Friesen - in der Vergangenheit einmal in der Nordwest-Staffel und dann in der Nordost-Gruppe eingeteilt. Nach dem Aufstieg in die Landesliga in der Saison 2016/17 steckte der BFV den FCL in den Nordwesten, 2017/18 kickten die Lichtenfelser dann im Nordosten und 2019/21 wieder im Nordwesten. Die Zuschauerzahlen änderten sich kaum, sie blieben konstant - egal in welcher Staffel. oph