Rund zwei Dutzend Interessierte waren in die Georgi-Kurhalle gekommen, um mit der Bundestagsabgeordneten Manuela Rottmann und dem Grünen Landtagskandidaten Yatin Shah über Themen der Landes- und Bundespolitik zu diskutieren.

Die Bürgerinnen und Bürger interessierten sich besonders für die Zukunft des Nahverkehrs im ländlichen Raum, die Sicherung der Gesundheitsversorgung und wie es in der Landwirtschaft weitergehen wird.

"Eine zukunftsfähige Agrarpolitik beinhaltet faire Entlohnung für qualitativ hochwertige Nahrungsmittel und Gemeinwohlleistungen wie Natur-, Umwelt- und Klimaschutz sowie die Erhaltung der Landschaftsvielfalt", erläuterte Landtagskandidat Shah.

Große Einigkeit herrschte darüber, dass mit Blick auf den Klimawandel vor allem im Verkehrsbereich und im Energiesektor deutlich mehr geschehen muss. Besonders der ausufernde Lkw-Verkehr lag einigen Besuchern im Magen, stößt er doch jede Menge CO2 in die Atmosphäre und mache die Autofahrt durch waghalsige Überholmanöver für Privatpersonen oft unsicherer. "Eines der größten Probleme ist, dass unsere Konsumprodukte in der Regel einfach nicht die echten Preise abbilden, da Umweltschäden, Wasserverbrauch oder gefahrene Kilometer oft nicht berücksichtigt werden", merkte Yatin Shah an. "Es darf sich eben für Hersteller nicht ohne weiteres lohnen, Produkte durch ganz Europa oder die halbe Welt zu transportieren." Außerdem müsse mehr Güterverkehr auf die Schiene verlagert werden.

Abhängigkeit vom Auto

Dass es gerade im ländlichen Raum schwer ist, komplett auf das Auto zu verzichten, war allen Beteiligten an diesem Abend klar. "Aber nur ein besser ausgebauter öffentlicher Nahverkehr stellt sicher, dass man nicht vom Auto abhängig ist. Das ist gerade für jüngere und ältere Menschen auf dem Land wichtig", sagt Manuela Rottmann.

Rottmann und Shah verbindet auch die Leidenschaft für die Gesundheitspolitik. Die Hammelburger Abgeordnete ist unter anderem stellvertretendes Mitglied des Gesundheitsausschusses des Deutschen Bundestags, der 39-jährige Shah aus Bad Königshofen ist Arzt und forschte lange Jahre an der Charité in Berlin. "In ganz Unterfranken gibt es bereits fünf Landkreise, die keine eigene Geburtshilfestation mehr haben. Geburten müssen also in immer weiter entfernten Kliniken stattfinden", sagte Shah. "Das hat auch Auswirkungen auf die Situation der Hebammen vor Ort. Hier gibt es dringenden Handlungsbedarf wie auch in der Krankenhaus- und Fachärzteplanung, um auch im ländlichen Raum eine bedarfsgerechte Versorgung sicherzustellen." red