Trotz Corona blickt der Nachwuchs der Mönchrödener Skilangläufer auf eine erfolgreiche Saison 2020/2021 zurück. Bei Wettkämpfen im nordbayerischen Raum sowie in Thüringen erreichten sie 20 Podestplätze. Herausragend waren die Leistungen von Cecil Kümpel, die auch auf überregionalen Wettkämpfen glänzte. Dadurch schaffte sie den Sprung in den bayerischen Landeskader.

Schon die Saisonvorbereitung im Frühjahr 2020 war durch die Einschränkungen zur Bewältigung der Pandemie eine Herausforderung. Gewisse Trainingsmittel wie Krafttraining in der Halle und gemeinsames Üben mit den Vereinskollegen und oder unter Leitung des Trainers David Schäfer waren nicht bzw. im weiteren Jahresverlauf nur mit Auflagen möglich. Dennoch war die Hoffnung auf Ski-Wettkämpfe am Leben und wurde von Veranstaltungen - einem Berglauf und einem Rollskiwettkampf - im Herbst befeuert.

Für Cecil Kümpel standen im September zusätzlich die zentralen Leistungskontrollen des Deutschen Skiverbands (DSV) in Oberhof auf dem Programm, die ein erster Fingerzeig für den anstehenden Winter waren. Danach, in der letzten Phase der Vorbereitung, mit einem Trainingswochenpensum von zwölf bis 16 Stunden, wurden die weiteren Grundlagen für die Saison gelegt. Das Training unter den "Corona-Umständen" war nur mit zusätzlichem Aufwand, großer Unterstützung ihrer Familie und ihrer Trainings- und Teamkollegin Ann-Elen Barocke möglich.

Viel Licht und Schatten

Im Dezember gab es für die junge Athletin und ihre Skilanglaufkollegen viel Licht und Schatten. Einerseits meinte es der Wettergott gut mit den Nordischen Wintersportlern: So war bereits ab Anfang Dezember ein regelmäßiges Training in Oberhof auf der alten Rollerbahn möglich. Andererseits wurde aufgrund der Corona-Lage schnell klar, dass im Dezember und Januar wohl keine regulären Wettkämpfe stattfinden. Daher setzte der DSV in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Ausrichtern ein angepasstes Wettkampfformat um: die "Nachwuchs-Challenge".

Die teils hervorragenden Schneebedingungen machten es möglich, dass unter Einhaltung der Hygienevorgaben Aufgaben erfüllt wurden. Um auch während des Wettkampfs die Vorschriften einhalten zu können, wurde auf feste Startzeiten verzichtet. Stattdessen wurden die Startmöglichkeiten auf den vorgegebenen Strecken auf mehrere Tage verteilt. Die Teilnahme war mit Handy oder Pulsuhr zu dokumentieren. Darüber sollte sichergestellt werden, dass man die entsprechende Strecke in der angegebenen Zeit absolviert hat. So war - unter Ausschluss der Öffentlichkeit, aber unter den Augen von Landestrainer Stephan Popp - ein Wettkampfformat möglich, dass unter gewissen Einschränkungen sogar einen bayernweiten Vergleich der Ski-Gaue ermöglichte.

Ein erster Versuch wurde noch vor Silvester durchgeführt. Ob es so weitergeht, doch reguläre Wettkämpfe gibt oder alles eingestellt wird, war zu diesem Zeitpunkt nicht absehbar. Diese "Auf" und "Abs" in den Planungen und der Gefühlswelt der jungen Sportler setzten sich im Januar fort: Zwar herrschten im Thüringer Wald so gute Trainingsmöglichkeiten wie seit Jahren nicht mehr, doch mit der 15-Kilometer-Regel war das Training in Oberhof, Schmiedefeld und Masserberg beendet.

Aber auch hier kamen Kümpel und die meisten ihrer Vereinskollegen mit einem blauen Auge davon, denn just zu diesem Zeitpunkt präparierten der WFC Neukirchen-Coburg und der SV Bergdorf-Höhn eine Loipe und schafften somit Trainingsmöglichkeiten vor der Haustür.

Letztlich wurden mehrere Challenges durchgeführt, an zehn dieser Wettkämpfe in der Region nahmen Nachwuchsläufer des TSV Mönchröden teil. Kümpel bewieis im Verlauf der Saison ihre gute Form in der klassischen sowie freien Technik (Skating). Sie erreichte bei den Wettkämpfen in Nordbayern immer das Podest: Mit zwei ersten drei zweiten Plätzen und ein Mal Rang 3 in ihrer Altersklasse U16 vertrat sie den Skigau Oberfranken.

Sichtung mit Auflagen

Abgerundet wurde für sie die Saison im Februar mit einer DSV-Sichtung in Oberhof. Auch hier galten strenge Auflagen inklusive Corona-Test. Weder Eltern noch Betreuer durften dabei sein. Dennoch erreichte Kümpel ihr selbst gestecktes Ziel: unter die Top Ten in Deutschland zu laufen. Unter den Augen des Bundesnachwuchs-Trainers Bernd Raupach errang sie in der klassischen Disziplin über 7,5 Kilometer den neunten Platz von 35 Starterinnen. Inzwischen wurde Cecil Kümpel in den bayerischen Landeskader berufen. mfo