Christoph Böger Viele junge Fußballer im Coburger Nachwuchsleistungszentrum schwärmen regelrecht von "Calle" Schiebel. Er sei der beste Trainer, den man sich vorstellen könne. Und auch die Eltern sind begeistert vom netten Übungsleiter. Die Einheiten des ehemaligen Landesligaspielers sind angeblich Spitze!

Selbst kickt der 28-Jährige kaum noch. Vor drei Jahren hat sich Schiebel nämlich auf seine Tätigkeit als Jugendcoach spezialisiert und schlüpft seitdem nur noch sporadisch in einen seiner vielen bunten Fußballstiefel. Eine kluge Entscheidung!

Denn seit Montag steht fest, dass der ehrgeizige Coburger ab der neuen Saison beim 1. FC Nürnberg als Trainer aufschlägt. Und zwar als "Co" der U15-Mannschaft - ein wichtiger Posten beim fränkischen Traditionsverein. Denn ab dieser Altersklasse trennt sich die Spreu vom Weizen. Spätestens im jüngeren B-Jugend-Jahrgang werden die besten Talente Frankens beim 1. FC Nürnberg auf höhere Aufgaben vorbereitet. Und dafür kommen nur die besten Trainer in Frage. Schiebel zählt ab Sommer also zu einem elitären Kreis beim Club.

Unter Wiesingers Fittichen

Michael Wiesinger, ehemaliger Profi des 1. FCN und beim FC Bayern München, ist als Gesamtleiter des vereinsinternen Nachwuchsleistungszentrums jetzt schon von Schiebels Arbeit überzeugt und hat nach intensiven Gesprächen den jungen Mann aus der Vestestadt von einem Wechsel überzeugt.

Der ehemalige Mittelfeldspieler, der auch erfolgreich für die Münchner Löwen kickte, will nach eigenen Worten "Calle" persönlich unter seine Fittiche nehmen. "Die Club-Offerte habe ich angenommen. Die Gespräche mit Michael Wiesinger waren überragend, deshalb habe ich mich jetzt für Nürnberg entschieden", sagt Schiebel, der auch beim Coburger NLZ-Partnerklub SpVgg Greuther Fürth als Nachwuchstrainer auf der Wunschliste stand. Er will ab Sommer zwischen Nürnberg und Coburg pendeln, hat aber auch die Möglichkeit über Nacht beim Zweitligisten zu bleiben.

Die Coburger Verantwortlichen lassen ihren erfahrenen und allseits beliebten Ausbilder mit einem lachenden und einem weinenden Auge Richtung Noris ziehen. Schließlich verlieren sie mit Schiebel einen absoluten Experten in Sachen Jugendfußball. Andererseits sind sie aber stolz, dass nicht nur Spieler, sondern nach dem ehemaligen NLZ-Leiter Markus Fischer (jetzt SpVgg Greuther Fürth) erneut ein ambitionierter Trainer aus ihrem "Talentschuppen" den Sprung zu einem Profiverein geschafft hat.

Wiedersehen mit Coburger Trio

So wie vor ihm Jakob Engel, Flo Schäfer oder Jason Geißendörfer. Drei große Talente, die unter Schiebels Fittichen die Voraussetzungen im Nachwuchsleistungszentrum Coburg für einen Wechsel zum 1. FC Nürnberg erwarben. Im Sommer kommt es für Schiebel zum Wiedersehen mit diesem begabten Trio beim Club. Dann sind die Beobachter der Szene gespannt, wer von wem schwärmt.