Dass Max Hundt, den die meisten Kulmbacher als Stadtschulrat in Erinnerung haben, auch ein begnadeter Reimeschmieder war, wissen die wenigsten. Gelesen werden seine und zahlreiche andere Werke verstorbener Kulmbacher Autoren von den "Buschklopfern" Cosima und Johannes Asen, Frank Walther und Günter und Bärbl Zeller am kommenden Montag, 27. Juni, um 19.30 Uhr im Café Clatsch im Burggut, Waaggasse. Bei schönem Wetter findet die Lesung im Freien statt. Der Eintritt ist frei.


Gedicht von Max Hundt

In seinen Gedichten spießte Max Hundt manche örtliche Begebenheit auf und wetzt dabei mitunter eine ganz schön scharfe Klinge, wie beispielsweise in "Der Pfuscher":

"Die Dokter, wu die Bäuch aufschneidn,
ham Goschn - wie könnts annersch sa -,
die sän su schorf wie ihra Messer
und genga gleich dorch Mark un Baa.

Im oldn Kronknhaus do draußn,
do hot der Martius operiert -
su on die sechzich Johr is her -
und wie a Eisnbort kuriert.

Sei Goschn, Dunnäwettä nei,
hot wie sei Messer kann verschont.
Der Bergermastä Hofrat Flessa
wor des wie jedä Bauer gwohnt.

Amol, do hot der Pflastera Weiß
vorm Kronkhaus die Plattn glegt
und nochher Sond schö drüber gstreut,
dass sich des Zeug net rührt und regt.

Der Dokter Martius ober brüllt:
"Zum Donner, dass die Katz verreckt,
da haben Sie wohl ihren Pfusch,
dass mans nicht sieht, mit Sand bedeckt".

Do haut der Weiß sei Schaufl hie
und schreit: "Du grober Lackl, Du!
Bluß euern Pfusch, ihr gscheitn Dokter,
den deckt mer mit der Erdn zu!"
red