"Vor einiger Zeit wurde ich von einer Bürgerin auf den schlechten Zustand des Korpus am Kreuz an der Tauschendorfer Straße aufmerksam gemacht. Ein Stück der Dornenkrone sei bereits herausgebrochen", erzählt Walburga Kraus. Die Gemeinderätin und Vorsitzende des Gartenbauvereins erkundigte sich daraufhin nach der Zuständigkeit, da das Kruzifix auf gemeindlichem Grund steht, und leitete eine umfangreiche Restaurierung in die Wege.
"Ihr Burkheimer schafft das schon", habe man ihr im Altenkunstadter Rathaus versichert. Und das taten die Bürger des "Golddorfes" auch. Im Beisein vieler Einwohner und Gäste wurde das restaurierte Kreuz jetzt unter den Segen Gottes gestellt. Angeführt von einer Fahnenabordnung der Feuerwehr zogen zahlreiche Gläubige im Anschluss an einen Abendgottesdienst von der Heilig-Kreuz-Kapelle zum Kruzifix. Franziskaner-Pater Rufus Witt bezeichnete das Kreuz als Zeichen des Leides, das Christus für die Menschen und deren Sünden auf sich genommen habe.


Zahn der Zeit hat kräftig genagt

Musikalisch abgerundet wurde die Segensfeier mit dem gemeinsam gesungenen Lied "Nun danket alle Gott". Ralf Kleber würdigte das Engagement von Walburga Kraus: "Hätte sie das Projekt nicht in die Hand genommen, hätte es keine Restaurierung gegeben." Und dabei war die Sanierung des Kreuzes garantiert kein Luxus. An der kunstvollen Christusfigur, die vermutlich noch aus der Zeit des Klosters Langheim stammt, hatte der Zahn der Zeit ganze Arbeit geleistet. Kleber zufolge wies der Körper Risse auf, Teile des Kopfes waren abgefault. Ameisenbefall hatte den Korpus in Mitleidenschaft gezogen. Mit der Erneuerung der Holzplastik habe Walburga Kraus Dieter Weberpals in Burgkunstadt beauftragt.
"Der Restaurator entfernte die alten Farbschichten, leimte die Risse, nahm Ausbesserungen vor und schnitzte eine neue Kopfpartie. Im Anschluss wurde der Korpus grundiert und neu bemalt", erläuterte Kleber. Das Schleifen und Streichen des großen Holzkreuzes habe die örtliche Schreinerei Fischer übernommen. Ein breiteres Dach über der Christusfigur soll die Plastik vor Wind und Wetter schützen. Namens der Initiatorin Walburga Kraus dankte Kleber allen, die das Sanierungsprojekt unterstützt hätten. Besonderer Dank galt dem Kapellenbauverein Burkheim für die Überlassung der Kollekte des vorangegangenen Gottesdienstes sowie der Schreinerei Fischer, die lediglich die Materialkosten in Rechnung gestellt habe.
"Wenn eine intakte Dorfgemeinschaft vorhanden ist, tut sich eine Gemeinde leicht", erklärte Zweiter Bürgermeister Georg Deuerling. Er lobte den Einsatz und den Zusammenhalt der Burkheimer: "Denn nur so kann Dorfgemeinschaft funktionieren." Im Anschluss versammelten sich Einwohner und Gäste im Garten der Familie Schnabel, um sich von Mitgliedern des Gartenbauvereins mit fränkischen Köstlichkeiten verwöhnen zu lassen. bkl