Wenn in Deutschland die Temperaturen schon längst ungemütlich werden, dann geht es in der französischen Rallyemeisterschaft ins "Grand Final" an der Cote d'Azur. 270 Teams, davon etwa 70 in der historischen Wertung, haben den Weg nach Südfrankreich auf sich genommen - eine Zahl, die im Rallyekalender nahezu unschlagbar ist. Als frisch gebackener Citroen-Trophy-Sieger nahm auch der Burgpreppacher Tobias Just mit Copilot Tobias Braun an der Rallye teil, um nach dem Einsatz beim deutschen Weltmeisterschaftslauf weitere Erfahrung auf internationaler Bühne zu sammeln.
Die Starterzahlen übertreffen dabei jene aus Deutschland um das Zwei- bis Dreifache. Viele Rallyeprofis wie Hyundai-Werkspilot Kevin Abbring (Niederlande), Citroen-Werkspilot Stephane Lefebvre (Frankreich) oder die französische Rallyelegende Francois Delecour nahmen in St. Maxime an der Mittelmeerküste 13 Wertungsprüfungen über knapp 220 Kilometer entlang der Seealpen in Angriff.


Viele Kurven und viel Matsch

Als eines der jüngsten Teams der Rallye starteten Just/Braun im Citroen DS3 R1. Dieser Start war ihr Preis als Sieger der Nachwuchsförderung der Trophy. Die Wertungsprüfungen führten großteils über kurvenreiche Passstraßen, die durch starke Regenschauer auf vielen Passagen mit Matsch überzogen und dadurch unberechenbar für die Teams waren. Das Burgpreppacher Rallyeteam hatte nach einem Ausfall in Luxemburg vor allem das Ziel anzukommen. Die erste Etappe führte über verwinkelte Straßen mit etwa 40 Kilometern Länge bis in die Nacht. Auf Gesamtplatz 139 starteten Just/Braun am nächsten Morgen in den mit 140 Prüfungskilometern längsten Tag. Trotz Sonnenscheins und blauen Himmels blieben die Strecken feucht und rutschig, was vielen Teilnehmern zum Verhängnis wurde. Tobias Just und Tobias Braun mussten aufgrund falscher Reifenwahl die Konkurrenz ziehen lassen und versuchten, das Auto so gut wie möglich auf der Strecke zu halten. Immerhin kämpften sie sich auf den achten Trophy-Platz unter 15 Teilnehmern vor.
Am dritten Tag startete die letzte Etappe bereits um 6.30 Uhr über rund 70 Kilometer Distanz bei rund 15 Grad. Das Vertrauen ins Auto und in die gute Zusammenarbeit des Teams wirkte sich auf den letzten Prüfungen deutlich aus. Die vierte Trophy-Bestzeit fuhr das jüngste der drei deutschen Teams auf der letzten Wertungsprüfung ein und sprintete damit im Gesamtklassement auf den beachtlichen 81. Platz sowie auf Rang 7 in der Klasse R1 (bis 1600 Kubikzentimeter Hubraum).
Mit dieser Veranstaltung endet für das Burgpreppacher Rallyeteam Just die Saison 2016. Nun beginnt die Jahreszeit, in der die Rennboliden repariert und überholt werden, um in der nächsten Saison wieder Vollgas geben zu können. red