Die Verwaltungsgemeinschaft Burgebrach setzt künftig auf eine energiesparende Klärschlammstabilisierung im sogenannten Anaerobreaktor und eine energetische Verwertung des gewonnenen Faulgases.


Inbetriebnahme ab Juni

Gemeinschaftsvorsitzender Johannes Maciejonczyk zeigt sich erfreut: "Die Verwaltungsgemeinschaft Burgebrach mit ihren beiden Mitgliedsgemeinden Burgebrach und Schönbrunn nimmt mit der Verbesserungsmaßnahme eine Vorreiterrolle beim Thema der energetischen Klärschlammnutzung ein. Nach rund einjähriger Planungs- und Bauzeit wird die Anlage im Juni in Betrieb gehen", wird der Burgebracher Bürgermeister in einer Pressemitteilung zitiert. Bei der VG Burgebrach wurden die Weichen in Richtung Schlammreduzierung und Klärgasnutzung gestellt.
Der technische Betreiber SüdWasser GmbH hat den Biogasanlagenhersteller "Weltec Biopower" als Generalunternehmer beauftragt, für die bestehende 13 000 EW-Kläranlage eine Faulungsanlage inklusive energetischer Verwertung des Klärgases im Blockheizkraftwerk (BHKW) zu errichten. Neben der aeroben wird das organische Material zusätzlich einer anaeroben Behandlungsstufe unterworfen.
Um die täglich anfallenden 16 Kubikmeter Rohschlamm optimal zu behandeln, wurde ein speziell ausgelegter Faulturm aus V4A-Edelstahl installiert. Darin durchmischt ein schräg montiertes Langachsrührwerk den Schlamm, um den mikrobiologischen Umwandlungsprozess zu Methan schonend zu forcieren. Mit 420 Kubikmeter Fassungsvermögen und einem Gasspeicherdach mit bis zu 68 Kubikmetern Speichervolumen ist der Bioreaktor ausreichend dimensioniert, um das BHKW mit unterbrechungsfrei zu betreiben. Der produzierte Strom wird direkt auf der Anlage verwendet und die Wärme für die Beschleunigung des Gärprozesses sowie zur Nutzung auf dem Kläranlagenstandort genutzt.


Geruchsbelästigung war Problem

Neben der Energiegewinnung und der Schlammstabilisierung war auch die Minimierung der Geruchsemissionen ausschlaggebend für die Entscheidung für die Anaerobstufe.
Durch die gezielte anaerobe Schlammstabilisierung sollen künftig Geruchsbelästigungen weitestgehend ausgeschlossen werden. Vor der Umrüstung trat dieses Problem regelmäßig in Burgebrach auf.
"Bislang haben wir auf der Kläranlage in Burgebrach den Klärschlamm ohne Nutzung des Faulgases stabilisiert. Durch die Installation der Faulungsanlage etablieren wir ein nachhaltiges und klimafreundliches Energiekonzept und können zudem das Klärschlammaufkommen reduzieren. Insgesamt werden die CSB-Frachten im Abwasser um rund ein Drittel gesenkt", erklärt Arne Nath, Abteilungsleiter Abwasser beim Betreiber SüdWasser GmbH.
Auch finanziell lohnt sich die Anlagenerweiterung laut Mitteilung der VG: Aus den genannten Vorteilen und der Förderung über das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWK-Bonus) ergebe sich ein jährlicher Kostenvorteil von einem mittleren fünfstelligen Betrag.


Finanzierung aus Rücklagen

Jens Flerlage von der ausführenden Firma "Weltec Biopowerk" merkt in der Mitteilung unter anderem an, dass die "Allianz von Abwasserreinigung und Energiegewinnung prinzipiell für alle Kläranlagen in der Größenklasse von 8000 bis 50 000 EW" interessant sei.
Die Investitionssumme für die Anlage der VG Burgebrach beträgt rund 570 000 Euro und kann vollständig aus den Sonderrücklagen zur Refinanzierung der Kläranlage geleistet werden, weshalb eine Finanzierung über Beiträge beziehungsweise Verbrauchsgebühren nicht erforderlich ist. red