VON Josef Schäfer

Schweinfurt — Es steht fest, dass der Wasserversorger Rhön-Maintal-Gruppe (RMG, Poppenhausen) im nächsten Jahr eine Frischwasserleitung in die Conn-Barracks bei Geldersheim verlegt. Kostenpunkt: 420 000 Euro. Inzwischen scheint auch festzustehen, wer sie bezahlt: die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) als Verwalterin der ehemaligen US-Kaserne und die Regierung von Unterfranken. Eine Finanzierung aus Steuermitteln von Bund und Land also.

Unterkunft für Asylbewerber

Wie berichtet, sollen in drei Gebäuden auf dem weitläufigen Gelände Asylbewerber untergebracht werden. Doch dafür braucht es eine funktionierende Infrastruktur, zum Beispiel eine Wasserversorgung. Die hat es auf dem Gelände zwar gegeben, aber die Brunnen, die die US-Army dort betrieben hat, sind im Rahmen der Übergabevereinbarung mit der Bima, die die Bundesliegenschaften verwaltet und vermarktet, geschlossen worden (wir berichteten). Laut Bima wären sie zu überdimensioniert gewesen, zumal das Gelände als Gewerbegebiet genutzt werden soll.
Jetzt muss eine neue Wasserleitung von außerhalb gebaut werden, um die drei geplanten Asylbewerber-Unterkünfte versorgen zu können. 420 000 Euro kostet nach Angaben von RMG-Geschäftsleiter Walter Weinig der Leitungsbau. Er soll von der RMG-Fernleitung abzweigen, die nach Geldersheim führt. Am westlich der Conn-Barracks gelegenen Aussiedlerhof führt der Strang auf das Gelände. War im RMG-Verbandsausschuss vor kurzem noch von großem Abstimmungsbedarf mit den Behörden die Rede, klang Verbandsvorsitzender Reinhold Stahl (Kronungen) vor wenigen Tagen gegenüber dieser Zeitung deutlich entspannter: Die Grundstückfragen zum Verlauf der Trasse seien inzwischen geklärt.
Zudem ist er optimistisch, dass die Obere Naturschutzbehörde wegen der vorhandenen Krähen- und Hamsterpopulation zustimmen werde: "Wir bauen schließlich im Winter. Ich sehe keine großen Probleme." Im März soll die Leitung funktionieren. Frühestens im April könnten dann Flüchtlinge in die Häuser einziehen. Den Auftrag für den Leitungsbau hat die Regierung von Unterfranken bereits erteilt; sie will die Häuser als Unterkünfte anmieten. "Sie wird auch einen Zuschuss geben", sagt RMG-Verbandsvorsitzender Stahl. Dessen Höhe möchte er derzeit noch nicht öffentlich machen. Die Hauptlast schultere die RMG: "Aber es kommt wieder etwas zurück." Denn der Anschluss soll nach Satzungsrecht abgerechnet werden.
Das würde Folgendes bedeuten: Laut Satzung werden nach einem bestimmten Schlüssel Beiträge erhoben für den Aufwand, um Wasserversorgungseinrichtungen zu bauen. Schuldner ist der Eigentümer; das ist der Bund, für den die Bima das Gelände verwaltet.

Conn-Zweckverband zahlt nichts

Allerdings können über die festgelegten RMG-Beitragssätze, die sich nach Geschoss- und Grundstücksgrößen bemessen, die 420 000 Euro nicht erwirtschaftet werden. Aber: Die Leitung soll so dimensioniert werden, dass sie auch für die Versorgung des künftigen Gewerbegebiets ausreicht. Das heißt: Auch diese Grundstücke müssten dann in die Kalkulation einbezogen werden.
Der Zweckverband Conn-Barracks, mit dem Stadt und Landkreis Schweinfurt sowie die Anlieger-Gemeinden Geldersheim und Niederwerrn die Verwendung des Areals planen wollen, wird sich an den Wasserleitungskosten nicht beteiligen. Zumindest nach dem jetzigen Stand nicht, wie Abteilungsleiterin Gabriele Frühwald für den Verbandsvorsitzenden, Landrat Florian Töpper, gegenüber dieser Zeitung erläuterte. Abschließend könne man die Frage erst beantworten, wenn bekannt ist, an wen die Bima welches Grundstück verkauft.