Heute Abend wird die Sanierung des Badweihers in Weisendorf erneut im Gemeinderat verhandelt. Die Ortsgruppe Seebachgrund im Bund Naturschutz (BN) verfolge dieses Vorhaben seit Monaten sehr kritisch und sei mehrfach auf die Gemeinderäte sowie den Bürgermeister zugegangen, um eine naturverträgliche Lösung zu erreichen. Darauf wird in einer Pressemittelung aufmerksam gemacht.
Ziel ist es demnach einerseits, die Versteinung von Ufern zu verhindern und andererseits den hinteren Bereich des Badweihers mit seiner Verlandungs- und Schilfzone vor Störungen zu schützen.
Bei vielen Entscheidungen des Gemeinderats müsse die Natur hintenanstehen, doch hier wäre es leicht, ein Ergebnis "pro Natur" zu erreichen. Das stellt Christian Wosegien als Erster Vorsitzender der Ortsgruppe Seebachgrund im BN fest. Insofern werde sich zeigen, "ob die Redebeiträge in der letzten Gemeinderatssitzung zugunsten einer naturverträglichen Lösung beim Badweiher der Nagelprobe standhalten."
Im Juli 2017 hatte der BN die Gelegenheit, das Thema Artenvielfalt im Gemeinderat zu präsentieren. Man stieß, zumindest nach eigener Einschätzung, damit auf positive Resonanz. Deshalb sei der Badweiher jetzt die Gelegenheit, "die Gedanken fortzuführen und konkret etwas für die Natur zu tun".
Unter anderem wird in den Schreiben an die Gemeinde darauf hingewiesen, dass die Schilfbestände in der Region in den vergangenen Jahrzehnten durch die Intensivierung der Teichwirtschaft erheblich reduziert wurden. Umso wertvoller ist laut BN "jeder einzelne Halm am Badweiher, denn eintönige Wasserflächen sind keine Basis für die Artenvielfalt an den Gewässern". Deshalb sollte eine Ausbaggerung so vorsichtig vorgenommen werden, dass der Schilfbestand davon nicht betroffen sei.
Kritisch wird auch ein "Naturerlebnis und Erholungswert für die Bevölkerung" am Südufer betrachtet. Nach Meinung des BN sollte der Schilfbestand als Lebensraum für die Tierwelt dienen. Man schätzt den vollständigen Schilfsaum für die Tierwelt wertvoller ein, als es ein zusätzlicher Spazierweg für Menschen sein könne. "Daher halten wir es für geboten, auf diesen Weg zu verzichten", schreibt Wosegien.
Natürlich bedürfe ein Schilfbestand alle paar Jahre einer Mahd. Diese könnte kostengünstig über den Landschaftspflegeverband mit ortsansässigen Landwirten abgewickelt werden, schlägt der Bund Naturschutz weiter vor. bp