Die Bürgerinitiative gegen das geplante Hochrregallager der Firma Uniwell in Eyrichshof wehrt sich gegen den Vergleich mit einem ähnlichen Gebäude bei Heubach. In einem Schreiben an unsere Redaktion bezieht die Bürgerinitiative Stellung zu unserem Artikel "Ja zum Gebäude-Klotz vor der Haustür" vom Freitag, 6. Dezember: "Dieser Vergleich hinkt", betont Angelika Joachim, Sprecherin der Bürgerinitiative. Sie hat die Stellungnahme an den Fränkischen Tag unterzeichnet.

Missverständnis

In dem Artikel vergleichen einige Heubacher das geplante Hochregallager in Eyrichshof mit dem Ebner-Logistikzentrum vor ihrer Haustür. Fazit: Angeblich seien beide sinnvoll und notwendig.

Angelika Joachim meint dazu: "Räumen wir zunächst ein Missverständnis aus, das auch hier mitzuschwingen scheint: Dem jüngst eingereichten Bürgerbegehren geht es nicht darum, grundsätzlich die Bebauung der betreffenden Fläche im Gewerbegebiet Eyrichshof zu verhindern. Verhindert werden soll lediglich, dass plötzlich doppelt so hoch gebaut werden darf, wie es der bisherige Bebauungsplan zulässt."

Ein Vielfaches

Mit der dann möglichen maximalen Gebäudehöhe von 21 Metern wäre das Lager nach ihrer Darstellung um ein Drittel höher als das Ebner-Gebäude und hätte auf dem geplanten Grundriss ein Vielfaches von dessen Volumen. Wäre das Ebner-Logistikzentrum 21 Meter hoch, sähen die Zitierten die Kirchturmspitze und womöglich auch den Kamm des Steinbergs nicht mehr, meint die Autorin. "Der Vergleich hinkt also. Ob ihnen das klar ist?"

Hätte die Firma Uniwell eine Höhe und Fläche wie die des Gebäudes der Firma Ebner anvisiert, gäbe es vermutlich kein Bürgerbegehren, so die Verfasserin der Stellungnahme. Und weiter erklärt sie: "Wogegen wir als Bürgerinitiative uns wehren, ist die krasse Unverhältnismäßigkeit der Planungen. Niemand hat uns bisher glaubwürdig darlegen können, wozu eine Firma von der Größe Uniwells, selbst wenn sie ihre gesamte Produktion in Eyrichshof zusammenzieht und dabei vielleicht 30 (!) Arbeitsplätze nach Ebern verlagert, ein derart gigantisches Lager braucht."

Thomas Limpert, der im Artikel vom Freitag als Anwohner Stellung bezieht, habe im Stadtrat im Zusammenhang mit den Planungen erfolgreich die Streichung einer Passage beantragt, die besagte, dass in dem Hochregallager ausschließlich Waren der Firma Uniwell eingelagert werden sollen. Limpert habe als hochrangiger Mitarbeiter der Firma Uniwell das Projekt verschiedentlich offiziell beworben und vertrete hinsichtlich der Bebauungsplanänderung, wie das Beispiel belege, auch als Stadtrat vorrangig die Interessen seines Arbeitgebers. Dass er als Heubacher Anwohner ins selbe Horn bläst, "überrascht nicht, macht aber seine Aussage gewiss auch nicht glaubwürdiger".

Insgesamt kommen im Artikel sechs Personen aus Heubach zu Wort, die einstimmig Unverständnis über das Bürgerbegehren äußern. Angelika Joachim zweifelt: "Ob diese sechs damit tatsächlich für die Heubacher sprechen, wie es im ersten Satz des Artikels anklingt, sei dahingestellt."

Immerhin unterstütze, so die Autorin der Stellungnahme weiter, ein Mehrfaches an Unterschriften aus Heubach das Bürgerbegehren. Ihnen und den vielen hundert weiteren Unterzeichnenden, die nicht im unmittelbaren Umfeld des geplanten Hochregallagers wohnen, liege offensichtlich noch etwas an heute manchmal überholt scheinenden Werten wie Solidarität und Fairness. Schließlich gebe es in dem besagten Gewerbegebiet noch andere Firmen, die ebenfalls Arbeitsplätze bereitstellen und womöglich neue schaffen wollen und die sich durch die aktuellen Planungen in ihrer zukünftigen Entwicklung bedroht sehen. Auch sie kämen "in der fragwürdigen Gleichung der zitierten Heubacher - ,je größer, desto mehr Arbeitsplätze' - nicht vor". Soweit die Bürgerinitiative. red