Nach einer Informationsveranstaltung für die Eberner Stadträte und Bürgermeister vor zwei Wochen ist das Projekt Begräbniswald laut einer Pressemitteilung der Eberner Bürgerinitiative "Pro Begräbniswald" bei vielen Stadträten und in den Fraktionen derzeit Gesprächsthema.
Hermann von Rotenhan, der Sprecher der Initiativgruppe, hat sein Konzept vorgestellt und mit einigen Stadträten für eine öffentliche Stadtratssitzung plädiert, in der über das Thema diskutiert werden sollte und in der eine Grundsatzentscheidung des Stadtrates erfolgen solle. Diese Stadtratssitzung müsste nach Ansicht der Initiative jetzt der nächste Schritt sein.


Befürworterzahl wächst

Weitere, hiermit zusammenhängende Fragen - nach dem Standort und wer Betreiber eines solchen Begräbniswaldes wird - würden in diesem Zusammenhang mitentschieden, meint der Adelige aus Eyrichshof, der sich darauf beruft, dass sich immer mehr Menschen als Mitglieder der Eberner Bürgerinitiative für eine solche Institution einsetzen.
Eine Bestattung in einem Wald sei aktuell nur 30 Kilometer oder weiter von Ebern entfernt möglich. Leidtragende seien die Angehörigen, die regelmäßig längere Fahrzeiten in Kauf nehmen müssen, bzw. den Gedenkplatz für den Angehörigen kaum mehr aufsuchen können.
Ebern ist, so die Bürgerinitiative, umgeben von Natur und wunderschönen Laubwäldern. "Warum soll hier nicht möglich sein, was es auf vielen Hundert Standorten in Deutschland und auf ca. 60 bis 70 Orten in Bayern bereits gibt?", fragt die Bürgerinitiative in ihrer Presseerklärung.
Standorte in der Umgebung bei Haßfurt und Coburg machten es vor: Interessenten kommen von weit her, es herrsche rege Nachfrage, so dass bereits erweitert wurde.
Die Bürgerinitiative appelliert an die Bürgermeister und Stadträte: "Nehmen Sie die Wünsche der Menschen ernst und setzen Sie unsere Wünsche um." Ebern habe jetzt die Chance, eine der Bestattungsformen der Zukunft anzubieten. Mit den Erträgen aus einem Begräbniswald und den Gewerbesteuereinnahmen könnte die Stadt Verluste bei den städtischen Friedhöfen kompensieren oder die Friedhofsgebühren senken, jedenfalls stabil halten.
Das inhaltliche Konzept, welches von Rotenhan vorschwebt, werde Anregungen von Bürgern berücksichtigen, die sich neben einem "typischen" Begräbniswald nur mit Bäumen einen gesonderten Bereich wünschen, wo auch Natursteine mit Gedenktafeln möglich sind.


"Blockadehaltung"

Bei einigen Verantwortlichen in Ebern erlebe man eine grundsätzliche "Blockadehaltung" gegenüber der Idee Begräbniswald. Die Bürgerinitaitive hofft, diese Bedenken zertreten zu können und nennt ein gewichtiges Argument: "Herr von Rotenhan würde alle Kosten und das volle Risiko für das Projekt übernehmen."
Die Bürgerinitiative ermuntert die Bevölkerung dazu, sich der Bürgerinitiative anzuschließen und im Gespräch für die Idee zu werben.
Wenn der Stadtrat grünes Licht gäbe, so die Vorstellung der Gruppe um Rotenhan, würde 2018 die Genehmigungsphase folgen mit der Aussicht auf Eröffnung eines Begräbniswaldes im Frühjahr 2019. red