In das Reckendorfer "Schmuckkästchen" (O-Ton Bürgermeister Manfred Deinlein), die Alte Synagoge, lud die Baunach-Allianz zur nächsten Auflage der Regionalkonferenz, bestehend aus Vertretern der elf teilnehmenden Kommunen. Rund 50 Bürgermeister, Stadt- und Gemeinderäte, aber auch zahlreiche engagierte Bürger sprühten förmlich vor guten, interessanten Ideen.
"Nun geht die Beteiligungsphase in die nächste Runde", betonte der Vorsitzende der Baunach-Allianz und Eberner Bürgermeister Jürgen Hennemann. Aufbauend auf den guten Ergebnissen der bisherigen Veranstaltungen ging es nun "ans Eingemachte". Die Teilnehmer, übrigens fast alles schon Insider, konnten per Votum mit Sternchen und Punkten an den Stellwänden mit sechs Arbeitsschwerpunkten ihre Favoriten küren. Damit wurde auch klar, welche Projekte als besonders wichtig und machbar erkannt und damit im Rahmen der integrierten ländlichen Entwicklung in den nächsten Jahren angegangen werden sollen.


Gemeinsame Webseite

Unterstützend soll das Prozessprojekt durch den Ausbau der gemeinsamen Webseite, einem Allianzmanagement, einem gemeinsamen regionalen Infobrief, Allianzseiten in den Amtsblättern der Gemeinden und der Lenkungsgruppe verstärkt werden.
Schon angelaufen seien, so Hennemann, die Blumenweiden und -wiesen sowie die Mitfahrerbänke, die bereits in Ebern installiert wurden. In Vorbereitung sei auch ein Treffen der Bauhofleiter aller Gemeinden, um gemeinsame Aktivitäten abzustimmen. Eingeladen wurden am gestrigen Mittwoch auch alle Schulleiter, um die Schülerinnen und Schüler einzubinden.
Eine Fülle von Ideen präsentierte sich an den Stellwänden mit insgesamt sechs Handlungsfeldern, wo die Teilnehmer reihum im Zehnminutentakt ihr Votum abgeben durften. So gehörten zum Projekt "Daseinsvorsorge" die Kooperation der Bauhöfe, die Mobilitätshilfe für Bürgerbusse, E-Bikes-Ladestationen für Städte und Gemeinden, das Dorf-Elektroauto samt einem E-Car-Sharingmodell bis hin zum gemeinsamen Nahverkehrsplan und einem Einkaufs- und Lieferdienst. Im Rahmen des bürgerschaftlichen Engagements standen an Ideen eine Plattform für Bürger, Initiativen, Vereine und Unternehmen an der Stellwand, eine gemeinsame allianzweite Schulung für Ehrenamtliche, ein regionales Jugendparlament oder eine gemeinsame Kampagne der Vereine für mehr Nachwuchs.
Natur und Umwelt ist der Baunach-Allianz ein weiteres Anliegen - mit einem Biotop-Verbund im Baunachtal, der gemeinsamen Vermarktung von Bio-Lebensmitteln, der Entwicklung von Natur- und Erlebnislehrpfaden oder auch einem Selbsterntefeld pro Ort. Tourismus und Freizeit sollen gestärkt werden mit einem Online-Gastgeberportal, Wandererstationen in Gemeindehäusern oder dem Radwegeausbau mit Komplettierung der Lückenschlüsse.


Dauerbrenner B 279

Die Stärkung von Wirtschaft und Verkehr soll die Allianz weiter voranbringen: Mit dabei der Dauerbrenner Umgehung B 279, eine Ausbildungsbörse, eine Gemeinschaftsmesse auf Allianzebene, ein Branchenverzeichnis oder ein Direktvermarkterladen in Ebern. Der Landflucht vorbeugen soll die Siedlungsentwicklung mit einer Miet- und Immobilienbörse, der temporären Nutzen von Leerständen oder der Schaffung einer Mehrgenerationenanlage.
Mit Spannung erwartet wurde am Ende das "Mitgliedervotum", das Philipp Ruhstorfer von der IPU Erfurt vorstellte (Ergebnis siehe Kasten).