Der Markt Weisendorf stellt sich mit "Weisendorf 2030" für die Zukunft auf. Gemeint ist damit die Fortschreibung des Flächennutzungsplanes (FNP) mit Landschaftsplan. Thomas Rosemann vom Nürnberger Büro Topos team erläutere dem Marktgemeinderat die Ziele der Flächennutzungsplanfortschreibung.
Rosemann hatte dazu eine umfangreiche Präsentation vorbereitet, in der er die Ziele und die prognostizierte Bevölkerungsentwicklung, den Demografie-Spiegel sowie die Wohnungsmarkt-Prognose und die voraussehbaren Bedürfnisse der in der Gemeinde in Grundzügen darstellte. Wie Bürgermeister Heinrich Süß (UWG) und Rosemann erläuterten, soll die Fortschreibung keinesfalls im "Hau-Ruck-Verfahren" durchgezogen, sondern soll von der Mehrheit der Bürger mitgetragen werden. Deshalb soll auch ein fraktionsübergreifender "beratender Gemeindeentwicklungsausschuss" mitwirken.
Dieser Arbeitskreis wurde auch gleich am Ende des Tagesordnungspunktes beschlossen, und in ihm werden neben der Verwaltung auch alle Fraktionen vertreten sein. Auf Vorschlag des Planers sollen bei Bedarf auch Fachleute sowie Vertreter aus Vereinen und Verbänden sowie Organisationen hinzugezogen werden.


Wohnen und Einkaufen

Als allgemeine Ziele definierte der Planer eine bedarfsgerechte Erweiterung der Bauflächenangebote und die Festlegung geeigneter Standorte zur Nahversorgung. Außerdem sei eine Anpassung von Infrastruktur- sowie Naherholungs- und Freizeitangeboten an die demografische Entwicklung erforderlich. Dabei müssen die vorhandenen Innenentwicklungspotenziale ebenso berücksichtigt werden, wie die Integration aktueller Vorgaben des Natur- und Umweltschutzes. Denn die Fortschreibung des FNP erfordert eine differenzierte Betrachtung der einzelnen Ortsteile und verschiedenen Handlungsfelder.
Rosemann verhehlte auch nicht, dass sich die Fortschreibung weitgehend an Prognosen orientieren werde. "Prognosen sind eine schwierige Sache. Vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen", zitierte Rosemann Mark Twain.
Auf Grundlage einer Stärken-Schwächen-Analyse sollen für jeden der insgesamt 14 Ortsteile die Darstellungen des aktuell wirksamen Flächennutzungsplanes überprüft und den voraussehbaren Bedürfnissen angepasst werden. Wie Rosemann ausführte, seien dazu die erforderlichen Bestandsaufnahmen vor Ort weitgehend abgeschlossen. Die Ergebnisse einer Voranfrage an die Behörden und Träger öffentlicher Belange über deren beabsichtigten Planungen und Maßnahmen, die für die städtebauliche Entwicklung von Belang sein können, kündigte der Planer bis Ende April an.


300 neue Wohnungen

Wie überall wird laut Prognose der Anteil älterer Mensch ansteigen, und nach Auswertung der Bevölkerungsentwicklung muss mit etwa 6000 Einwohnern im Jahr 2030 gerechnet werden. Dies bedeute einen Anstieg der Nachfrage nach Wohnraum, und bis zum Jahr 2030 werden etwa 300 neue Wohnungen entstehen.
In diesem Zusammenhang wies Rosemann darauf hin, dass nicht Baugebiete auf "Teufel komm raus" geplant werden sollen, sondern mit Fingerspitzengefühl. So seien bereits im jetzigen Flächennutzungsplan Wohnflächen ausgewiesen, von denen nur etwa fünfzig Prozent in Anspruch genommen wurden. Der Planer empfahl deshalb, mögliche und nicht in Anspruch genommene Flächen wieder zurückzunehmen.
Rosemann gab wegen des Flächenverbrauchs auch zu bedenken, inwieweit Wohngebäude mit nur einer Wohnung oder Gebäude mit mehreren Wohnungen berücksichtigt werden sollen. Deswegen sollen insbesondere der Bestand an Bauflächen und der mögliche Verbrauch sowie insbesondere Baulücken und das Baurecht unter die Lupe genommen werden. Insgesamt sollen auch Handel, Handwerk und Gewerbe sowie Natur und Landschaft, Verkehr und die technische Infrastruktur und Energie sowie die soziale Infrastruktur und der Gemeinbedarf unter die Lupe genommen werden.
Der neu formierte Arbeitskreis soll sich im Mai zur ersten Sitzung treffen. Sae