Knapp zwei Jahre ist es nun her, dass Gemeinderäte und interessierte Bürger aus Geroda über ihre Wünsche und Visionen für die Zukunft der Gemeinde diskutierten und damit den Grundstein für das große Dorferneuerungsprojekt legten.

Seitdem gab es einige Treffen in den Arbeitsgruppen Tourismus, Dorfgemeinschaftshaus, Wohnraumschaffung und Gewerbeentwicklung, bei denen die Bürgerinnen und Bürger Ideen austauschten und bereits Konzepte entwarfen. Aufgrund der Kontaktbeschränkungen mussten diese Treffen jedoch eingestellt werden.

Um die Fäden der Dorferneuerung wieder aufzunehmen, lud Joachim Mair vom Amt für Ländliche Entwicklung Bürgermeister Alexander Schneider und Vertreter aus jeder Arbeitsgruppe, sowie die Architekten Stefan Richter und Miriam Glanz jetzt zu einer digitalen Versammlung ein.

Das Gremium zur Tourismusentwicklung berichtete von dem erst kürzlich ausgewiesenen Wanderparkplatz am Friedhof, sowie dem zukünftigen Wohnmobilstellplatz zwischen Kindergarten und Feuerwehrhaus in Geroda. Für die Anlage des letzteren werden gerade die Zuschussmöglichkeiten geprüft und man arbeite an der Werbung.

Ein großes Thema ist und bleibt das Dorfgemeinschaftshaus, da das aktuelle Bürgerhaus aufgrund der Statik nur noch eingeschränkt genutzt werden kann. Ein Entwurf für das neue Gebäude liege bereits vor und für die Raumaufteilung werde nun der Platzbedarf der einzelnen Vereine ermittelt und Inspiration von anderen Gemein-schaftshäusern eingeholt. Nach der Absage der Dorfjubiläumsfeste 2021 und 2022, deren Erlöse in die Baumaßnahmen fließen sollten, drängt sich auch die Frage der Finanzierung weiter in den Vordergrund.

Die Arbeitsgruppe für die Schaffung neuen Wohnraums hatte zuletzt eine Bestandsaufnahme von Leerständen und Bauplätzen in der Gemeinde vorgenommen. Um Baumaßnahmen und Finanzierungsmöglichkeiten zu erörtern, soll nun Architekt Stefan Richter zu Rate gezogen werden. Eine große Herausforderung für das weitere Vorgehen sei es unter anderem, Eigentümer von leerstehenden Häusern ins Boot zu holen.

Durch die topographischen Gegebenheiten in Geroda konnte bisher keine geeignete Gewerbefläche gefunden werden. Sobald es wieder möglich ist, soll bei einem Treffen mit Gerodas Gewerbetreibenden der jeweilige Platzbedarf ermittelt und Unterstützungsmöglichkeiten erklärt werden. Für ein Kleingewerbe konnte sogar schon eine Fläche gefunden werden und ist aktuell in Planung.

Auch die das Projekt betreuenden Architekten Miriam Glanz und Stefan Richter berichteten von ihrer Arbeit. Nach einer Ortsbegehung im vergangenen Sommer schlugen sie unter anderem die Schaffung von Erweiterungsflächen für Siedlungen und Gewerbe, einen Umbau des Rathauses und die Anlage eines Wassererlebnisbereichs vor. Für Platz war zum Beispiel die Gestaltung der Durchfahrtsstraße und des Löschweihers, sowie das Ausweisen weiterer Wanderparkplätze im Gespräch.

Heiß diskutiert wurde vor allem die Verkehrssituation in Geroda und Platz. Man hoffe, die Dorfeingänge im Zuge des Projekts so umgestalten zu können, dass die regelmäßigen Geschwindigkeitsüberschreitungen der Autofahrer zukünftig verhindert werden. Bürgermeister Schneider informierte außerdem darüber, dass die Gerodaer Ortsdurchfahrt noch in diesem Jahr neu asphaltiert werden und am Ortsende in Richtung Schildeck eine neue Bushaltestelle entstehen soll.

Abschließend appellierte Mair an die Arbeitsgruppen, ihre Arbeit fortzusetzen. Bevor mit konkreten Baumaßnahmen begonnen werden kann, müsse vom Planungsgremium nämlich ein Maßnahmenkatalog mit Priorisierung der einzelnen Vorhaben, Kostenschätzungen und möglichen Fördermitteln ausgearbeitet werden. Bürgermeister Schneider zeigt sich dennoch optimistisch: "Wir werden auch trotz der erschwerten Situation einen guten Zukunftsplan für Geroda und Platz erreichen."