Bamberg — Ein Jahr haben die Mitglieder des Bamberger Bündnisses gegen Rechtsextremismus und Rassismus über Ziele, Aktionsformen und die neue Arbeitsweise diskutiert. Einstimmig hat das breite Bündnis aus verschiedensten Organisationen und Einzelpersonen das Grundlagenpapier und das neue Koordinierungsteam nun bestätigt.
Zu Beginn des Treffens blickte der bisherige Sprecher des Bündnisses, Werner Schnabel, auf die bisherige Arbeit zurück. Offiziell wurde das Bamberger Bündnis gegen Rechtsextremismus und Rassismus am 17. Januar 2008 gegründet. Damals schwebte das Damoklesschwert des NPD-Bundesparteitags über Bamberg. Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) freute sich in seinem Grußwort, dass es in den Nachrichten keine Bilder der NPD in Bamberg gegeben habe. "Gemeinsam haben wir gezeigt, wie bunt und demokratisch Bamberg ist. Dieses deutliche Zeichen für Demokratie und gegen Rassismus wollen wir auch weiterhin gemeinsam setzen." Starke dankte allen, die sich in den vergangenen sieben Jahren im Bündnis und bei allen Aktivitäten des Bündnisses beteiligt haben. Dabei hob er besonders Werner Schnabel und Günter Pierdzig hervor. Beide kämpften kontinuierlich gegen Nazis in Bamberg und der Region.
Werner Schnabel betonte in seiner Bilanz, dass das Bündnis nicht nur auf Anmeldung von Nazi-Demos oder Kundgebungen reagiert habe. "Mit zahlreichen Ausstellungen, eigenen Publikationen und Veranstaltungen haben wir immer auch die Erinnerungskultur gepflegt und präventiv gearbeitet", so Schnabel. Er dankte der Stadt Bamberg und allen Gruppen für die gute Zusammenarbeit in den letzten Jahren. Für ihn sei es jetzt Zeit, sich aus der ersten Reihe der Verantwortung zurückzuziehen. "Es ist schön, dass sich viele - und auch jüngere - Mitstreiterinnen und Mitstreiter gefunden haben, die die Arbeit weiter machen", freute sich Werner Schnabel.
Das neue Koordinierungsteam des Bündnisses setzt sich folgendermaßen zusammen: Mirjam Elsel (interreligiöse Fraueninitiative), Hubertus Schaller (evangelische Jugend, Vorsitzender Stadtjugendring), Jana Heine (Freund statt fremd), Martin Becher (Bayerisches Bündnis für Toleranz), Mitra Sharifi (Migranten- und Integrationsbeirat), Daniel Dorsch (Willy-Aron-Gesellschaft), Johanna Lerke (Studierende), Hans-Martin Lechner (Dekan), Andrea Dittrich (Naturfreunde), Joachim Reitz (Verdi), Detlef Breier (Rentner) und Marietta Eder (DGB). me