Auch wenn das Wetter spürbar kälter wird: Es könnte ein heißer klimapolitischer Herbst in Bamberg werden. Denn am heutigen Freitag steigt der nächste internationale Klimastreik der weltweiten Bewegung Fridays for Future, um auf die Einhaltung des 1,5-Grad-Zieles zu drängen, welches im Pariser Klimaabkommen festgehalten ist. Deutschlandweit gehen an über 450 Orten Menschen auf die Straße. In Bamberg werden sich die Aktivisten um 13 Uhr mit gleich zwei Demonstrationen bemerkbar machen. Jeweils 250 Menschen werden dann vom Bahnhofsvorplatz beziehungsweise vor dem Landratsamt starten und mit Abstand und Mund-Nasen-Schutz zum Maxplatz beziehungsweise Heumarkt laufen.

Gleich zu Beginn bekommen Oberbürgermeister Andreas Starke und Landrat Johann Kalb die Petition des Bamberger Klimaschutzbündnisses überreicht. Dieser Zusammenschluss von 27 umwelt- und verkehrspolitischen Organisationen arbeitete über den Sommer basisdemokratisch an Anträgen, welche in die Petition flossen. Gut 1500 Menschen aus Stadt und Landkreis Bamberg fordern darin grundlegende Entscheidungen: Die Stadt und der Landkreis sollen die Klimanotlage anerkennen.

Konkret soll bei allen Entscheidungen von Kreistag und Stadtrat ein Klimavorbehalt die Auswirkungen auf das Klima berücksichtigen und Alternativen formulieren. CO2 -Bilanzierungen gehören genauso dazu wie mehr Transparenz beim Abstimmungsverhalten der kommunalen Mandatsträger. Darüber hinaus fordern die Unterstützer einen Klimaschutzbeirat als Verzahnung zwischen Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Politik. Ein Klimaschutzmanager soll darüber wachen, dass die gesteckten Ziele eingehalten werden.

Sondersitzung am 13. Oktober

Das alles ist der Auftakt für den 13. Oktober. Dann wird nämlich eine Sondersitzung des Stadtrates zum Thema Klima stattfinden, an welcher die Fraktionen zeigen können, wie viel Raum sie dem Klimaschutz konkret einräumen. "Unsere Hoffnung ist, dass die Stadtpolitik auf unsere Forderungen reagieren wird", betont Simone Jakobi. Als Mitglied des Sprecherteams des Bündnisses hebt sie hervor, dass es darum geht, nicht nur Einzelanträge, sondern strukturelle Weichenstellungen zu fordern. "Mit dieser Sammlung von Forderungen schaffen wir eine wichtige Wegbereitung für den Klimaschutz vor Ort", bekräftigt ihre Mitstreiterin Laura Kohler.

Die Klimaschützerinnen standen im Austausch mit Stadtspitze und den Fraktionen, welche ebenso die fertigen Anträge vorab erhielten. Eine genaue Tagesordnung für den 13. Oktober ist noch nicht bekannt. Die Kommunikation sei jedoch noch ausbaufähig: "Wenn besonders mit Blick auf die Klimasitzung von Bürgerbeteiligung gesprochen wird, dann darf das keine Einbahnstraße sein", erläutert Jakobi die Situation. Die Stadt müsse also aktiver auf zivilgesellschaftliche Gruppen zugehen und sie einbinden. Immerhin: Es gibt die Zusage, dass Vertreter des Klimabündnisses selbst an der Sitzung zu Wort kommen dürfen. "Das diese Sitzung veranstaltet wird, ist ein Erfolg für unser Bündnis", freut sich Sprecherin Jakobi.

Bis es so weit ist, machen die Aktiven weiter Druck: Heute Abend startet um 17 Uhr das Klimacamp am Maxplatz. Neben einem Plenum des Klimaschutzbündnisses wird es Workshops, Spiele, Grundlagenvorträge zur Klimakrise und Kulturprogramm geben.

Übernachtung möglich

Das Camp geht voraussichtlich bis kommenden Sonntag. Wer möchte, kann unter Einhaltung eines Hygienekonzepts auch vor Ort übernachten, wenn man Schlafsack und Isomatte mitbringt.