Wolfgang Scheiner ist nicht nur leidenschaftlicher Schauspieler und Sänger, sondern auch ausgesprochener Literaturenthusiast und Bücherwurm. Und, er ist in diesem Jahr Ensemblemitglied bei den Rosenberg Festspielen. So können sich die Kronacher darauf freuen, dass der in Wien geborene Darsteller neben seiner Bühnen- auch seine Lesekunst mit in die Lucas-Cranach-Stadt Kronach bringen wird.


Rollen, die anecken

An zwei Abenden wird Scheiner jeweils in der Gaststätte "Bastion Marie" auf der Festung Rosenberg literarische Texte lesen. Einmal widmet er sich unter dem Motto "Er litt am Dialog" Erzählungen von Erich Kästner, ein andermal geht es um typische Wiener Kaffeehausliteratur mit Autoren wie Alfred Polgar, Robert Musil oder Anton Kuh.
Auch wenn Scheiner schon viele Jahre im niedersächsischen Hannover zu Hause ist und es ihm manchmal sogar schwerfällt, in den Wiener Dialekt zu wechseln, so sei er nach wie vor vor allem in der österreichischen Literatur daheim, verrät er.
Auf der Bühne hat Scheiner in ungefähr 100 Rollen schon fast alles gespielt. Denn spielen, das ist es, was der Bühnenmensch Wolfgang Scheiner will. Dabei seien ihm die gebrochenen Charaktere und unsympathischen Figuren näher als die klassischen Heldenrollen.
Zerrissenheit, Ambivalenz, Abgründigkeit, das sei es - so Scheiner -, was auf der Bühne herausfordert und den jeweiligen Rollen Tiefe verleihe.
Bei den Rosenberg Festspielen ist Scheiner in allen drei Stücken zu sehen, vor allem aber in "Der Widerspenstigen Zähmung" als Vater der Titelfigur und in "Der Besuch der alten Dame" als Alfred III.


Fränkische Genüsse erleben

Seine ersten Theaterlorbeeren hat sich Scheiner übrigens gleich an einem der bedeutendsten Häuser im deutschsprachigen Raum verdient - nämlich am Wiener Burgtheater. Danach ging es auf viele Bühnen in allen
Teilen Deutschlands, so nach Hamburg, München, Köln, Kiel, Hannover oder Gießen. Im Juli und August dieses Jahres ist nun Kronach an der Reihe.
Franken kennt Wolfgang Scheiner bereits von früheren Engagements und schätzt vor allem die Vielfalt und Kleinräumigkeit dieser Kulturlandschaft.
Und nicht zuletzt auf die typischen kulinarischen Spezialitäten in diesem Teil Bayerns freut er sich. Denn Genießer ist Scheiner auch. So wird man ihn außerhalb des Festspielbetriebes ganz sicher an dem einen oder anderen Abend auf Entdeckungsreise durch die Kronacher Gastronomie beobachten können. red