"Niemand in der Kulturszene hat in den letzten sechs Monaten darüber geklagt, dass erhebliche Einschränkungen für die zahllos geplanten Veranstaltungen verfügt worden sind. Wenn jetzt aber einseitige Zusatzverfügungen im Abstandhalten etc. die bayerische Lust an Theater und Musik mit Urlaubsreiserückkehrern und leichtsinnigen Familienfeten gleichsetzt dann wird aus einer amtlichen Vorsorge wirklich und oft ein angesichts der gesammelten Erfahrungen nicht mehr akzeptables Gebot." Diesen einleitenden Satz veröffentlichte der bayerische Musikrat in seiner Pressemitteilung am vergangenen Montag.

Buchbachs Chor startete bereits Anfang Juli, nur wenige Tage nach Veröffentlichung der Erlaubnis, das Chöre wieder singen dürfen, mit der Probenarbeit. Die Buchbacher Sängerinnen und Sänger blicken kopfschüttelnd in die nähere Zukunft. Man muss während der Probe 1,5 Meter Abstand zu seinen Mitsängern halten, darf aber nach der Probe nebeneinander im Wirtshaus sitzen. "Diesen Irrsinn kann man einem halbwegs intelligenten Menschen nicht mehr länger vermitteln" ärgert sich Buchbachs Chorleiter Benjamin Baier. Schließlich steht momentan nur die Mitwirkung bei der Weihnachtsrevue in der Tettauer Festhalle am 19. Dezember an. Im Chor merkt man eine deutliche Aufbruchsstimmung, weshalb der Chor nach über 70 Jahre seine alte Tracht ablegte, und nun im leuchtenden Rot auftritt. red