Zur Diskussion um die Notwendigkeit eines neuen Gewerbegebietes in Adelsdorf nimmt SPD-Gemeinderat Jörg Bubel Stellung.
Bubel fragt nach im Zusammenhang mit dem Gewerbegebiet dem Zukunftsplan für Adelsdorf. Noch vor einem halben Jahr hätte man sich diese Fragestellung in Adelsdorf nicht vorstellen können, heißt es in seiner Stellungnahme. Die Flächen, die die Freien Wähler und die CSU dafür vorsehen wollten, hätten gar nicht groß genug sein können.
Da sollten die Gewerbegebiete noch in die schöne Landschaft beiderseits des Ortseinganges von Hemhofen aus platziert werden. Die zerstörte Landschaft hat seinen Worten zufolge dabei keine Rolle gespielt.
Bubel: "Zum Glück haben die Bezirksverwaltung und auch die Eigentümer der Grundstücke nicht mitgemacht." Die jetzt einzige noch verbleibende Fläche an der B 470 in Sichtweite vom Läusberg sei wesentlich kleiner und landschaftlich verträglicher. Hier könnten sich keine Großbetriebe, Logistikunternehmen oder Verkaufsmärkte ansiedeln, aber Handwerksbetriebe, Büros und Werkstätten hätten dort Platz, würden Arbeitsplätze schaffen und Adelsdorf als Wohn- und Gewerbestandort stärken.
Für den SPD-Gemeinderat stellt sich die Frage, woher jetzt auf einmal der Schwenk der Freien Wähler kommt, dass das alles nicht mehr zähle? Noch vor einem halben Jahr seien sie die größten Verfechter von neuen Gewerbegebieten gewesen. Jetzt dagegen seien diese nach der Meinung der FW nicht mehr notwendig.
Liegt es an der Sichtweite zum Läusberg, fragt Bubel? Welche Interessen würden hier zulasten der Gemeinde vertreten? Dass sich bei einer Umfrage unter den Adelsdorfer Betrieben aktuell kein Erweiterungsbedarf ergeben habe, könne die Kehrtwende jedenfalls nicht rechtfertigen.


Der Bedarf soll steigen

Bubel: "So kurzsichtig darf eine Gemeinde nicht planen." Wichtig sei doch der zukünftige Bedarf und der komme. Schon durch das Baugebiet Reuthsee mit zusätzlichen 500 Häusern und rund 2000 Menschen werde der Bedarf an Handwerkerleistungen wesentlich steigen und die jetzigen Kapazitäten übersteigen.
Man kann das seinen Worten zufolge natürlich auch alles den Nachbarorten überlassen. Doch das könne nicht im Interesse der Gemeinde sein. Ein gutes Angebot, z. B. an Handwerkerleistungen und Arbeitsplätzen auf kurzen Wegen erreichbar, ist für ihn zur Erhaltung eines attraktiven Adelsdorfes sinnvoll und notwendig. Adelsdorf könne und dürfe keine großen Bau- und Gewerbegebiete mehr ausweisen. Die Natur und schöne Landschaft um Adelsdorf müssten bestehen bleiben. Aber im kleinen Maß und landschaftlich verträglich müsse das Notwendige und Sinnvolle getan werden.
Für Bubel stellt sich die Frage, warum Gewerbeflächen an Betriebe verkauft wurden, die brachliegen. Gute Politik aber besteht seinen Worten zufolge nicht darin, alles zu verkaufen, Gebühren über die Selbstkosten zu erhöhen und den Bürgern wortreich alles zu erläutern, sondern eine Zukunftsperspektive zu eröffnen.
Zu einer verträglichen Entwicklung Adelsdorfs gehört für ihn die Frage, wie die 2000 zusätzlichen Bürger am Reuthsee ins Gemeindeleben zu integrieren sind und wie die Infrastruktur dafür auszubauen ist. red