von unserem Mitarbeiter Richard Sänger

Herzogenaurach — Wer zum ersten Mal aus der französischen Partnerstadt Sainte-Luce-sur-Loire nach Herzogenaurach kommt, auf den wartet eine besondere Überraschung. Vor drei Jahren wurde nämlich beschlossen, dass diese Gäste vom Bürgermeister "getauft" werden. Und da unter den 63 Besuchern aus Ste. Luce, die auf Einladung des Freundeskreises Herzogenaurach - Sainte Luce nach Franken gereist waren, auch einige Neulinge waren, mussten sie sich diesem speziellen Willkommensritual unterziehen.
Natürlich konnten sich die Franzosen darunter wenig vorstellen, einige wurden sanft zum Schusterbrunnen im Innenhof des Rathauses geschoben, andere wiederum wurden gezogen. Bürgermeister German Hacker (SPD) schöpfte mit einem Bierkrug Brunnenwasser, und es erfolgte unter großem Gelächter die "Partnerstadt-Taufe."
Für den Bürgermeister sei es sehr erfreulich, dass im Laufe der Jahre viele Freundschaften entstanden, und dass sich Deutsche und Franzosen auch außerhalb der offiziellen Termine treffen. Hacker hob besonders die französische Familie Donnart hervor, die gleich mit drei Generationen die Reise nach Herzogenaurach antrat.
Auch die sechsköpfige Familie Ruhlin kam nach Herzogenaurach, um die Partnerstadt kennenzulernen und ihren Kindern die deutsche Kultur und Gewohnheiten näherzubringen. "Das ist eine sehr gute Initiative, die ich kurz nach einer Europawahl, die jeden von uns daran erinnert, dass man nie früh genug mit der Völkerfreundschaft in Europa anfangen kann, sehr begrüße", erklärte dazu der Bürgermeister. Er wies noch darauf hin, dass der Freundeskreis Cercle d'Amis in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen feiert, das nach dem Empfang dann gleich ein bisschen gefeiert wurde.