Einem dreifachen "Nein" folgt ein dreifaches "Ja". Von wem? Von Michael, Max und Thomas Witchen. Erstmals sind die drei Brüder aus Mechenried, die zuvor noch nicht gemeinsam in den gleichen Vereinstrikots aufliefen, fußballerisch vereint. In der eben angelaufenen Saison spielen nun alle für den FSV Krum. Und ja: Damit geht für sie ein kleiner Traum in Erfüllung. "Mein Wunsch ist wahr geworden", freut sich Michael Witchen. Max und Thomas vertreten dieselbe Meinung.
Der Name Witchen ist beim Bezirksligisten in Krum bestens bekannt. Immerhin streifen sich Michael und Max seit sieben beziehungsweise sechs Jahren das Trikot der "Viktorianer" über. Und weil sich beide beim FSV Krum, speziell in der in der Ersten Mannschaft, "sehr wohl fühlen", wie Max betont, hat sich laut Thomas das "Familientreffen" in dieser Saison einfach ergeben. Zuvor wäre es nicht möglich gewesen, denn der Altersunterschied war bis dato noch zu groß. Immerhin ist Thomas, der jüngste der drei Witchens, erst 18 Jahre alt und spielte in der vergangenen Saison noch in der U17 der Jugendfördergemeinschaft (JFG) Maintal. Und als Michael (28) sowie der zwei Jahre jüngere Max vom SV Mechenried beziehungsweise vom damals noch in der Bezirksliga vertretenen 1. FC Haßfurt nach Krum wechselten, stand Thomas noch für die U9 seines Heimatvereins auf dem Platz. Doch nun kann er die "Jugend"-Zeit ad acta legen.
Die beiden Älteren hoffen, dass sich Thomas schnell an den neuen Verein und vor allem die neue Liga gewöhnt. "Torgefährlich sein, den Biss und den Willen haben wie der Max und ich", das wünscht sich Michael, während es für Max auch darum geht, die Motivation nicht zu verlieren, wenn es mal nicht so gut läuft. "Er soll sich in jedem Training beweisen", legt ihm der 26-Jährige Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik ans Herz.


Nur nicht zittern müssen

Mit und vor allem für den FSV Krum wollen die drei in den nächsten Wochen und Monaten den bestmöglichen Erfolg. Alle hoffen, dass das Abstiegsgespenst in der Saison 2017/2018 im besten Fall gar nicht über dem Dr.-Anton-Kehl-Platz auftaucht und der Klassenerhalt "eher gesichert" werden kann, als in den vergangenen zwei Jahren. "Zwei Plätze besser", damit wäre Michael bereits einverstanden, während Thomas der Mannschaft das "obere Drittel" durchaus zutraut. "Wir geben jedenfalls unser Bestes", verspricht er. "Ich bin sicher, dass die Mannschaft für dieses Ziel wieder bis zum Ende kämpft", ergänzt Max.
Leicht wird es nicht, da sind sich alle einig. Immerhin habe sich unter anderem das Tempo in den einzelnen Begegnungen in den letzten Jahren sehr nach oben verändert. Doch gerade diesen Aspekt findet Michael "gut, weil es interessanter und spannender für die Zuschauer und auch für die Spieler ist." Zustimmung kommt von Max und Thomas gleichermaßen. Sie sprechen von stärkeren Gegenspielern. Es sei gut, da man so ein anspruchsvolleres Spiel habe und es die Zuschauer mehr begeistere. Negativ habe sich dagegen der "der Ehrgeiz der nachrückenden Mannschaften" verändert, findet Michael, er sei einfach "nicht mehr derselbe, wie wir ihn früher hatten. Diese Entwicklung ist nicht unbedingt förderlich für den Fußball." Und Max Witchen gibt es zu denken, dass es gerade auf den Dörfern "immer weniger Vereine" gibt.
Wie viele Jahre die drei Brüder nun gemeinsam auf dem Rasen stehen werden, ist ungewiss. Während Thomas jetzt erst einmal richtig Fuß im Herrenbereich fassen und viele Erfahrung sammeln möchte, machen sich Michael und Max natürlich ein bisschen mehr Gedanken über die weitere sportliche Zukunft.


Trainerschein oder höhere Liga?

Mit einem möglichen Karriereende haben sie sich freilich noch nicht ernsthaft beschäftigt. Warum auch, schließlich sind sie im besten Fußballeralter. Der Trainerschein (Michael) wäre eine Option für später, ebenso "nochmals eine höhere Liga" (Max). Was letztlich passiert, bleibt offen.
Bleibt am Ende noch eine Frage: Wer ist eigentlich der Talentierteste der drei Witchens? "Jeder hat seine Schwächen und seine Stärken", sagt Michael und fügt lachend hinzu. "Die Schwächen des einen gleichen wir zwei anderen mit unseren Stärken aus." Zumindest teilweise gibt ihm Max Recht. Er weiß ebenfalls von Stärken und Schwächen bei fast allen Fußballern. Er ist aber "der Meinung, dass mein Ehrgeiz manchmal größer ist als der meiner Brüder." Dem stimmt Thomas neidlos zu, wenn er die Frage mit einem klaren "Max" beantwortet. Sei es, wie es will: Sollte Krums Trainer Tobias Burger alle drei gemeinsam aufs Feld schicken, würde der lang gehegte Traum Wirklichkeit. Und wenn dann alle für das gemeinsame Ziel kämpfen, spielt das Talent keine so große Rolle mehr.