Bernhard Panzer

Diese knapp fünfeinhalb Kilometer haben es in sich. Allein 14 Bauwerke sind geplant, darunter drei Großbrücken mit einer Länge von über hundert Metern. Sieben Knotenpunkte mit bestehenden Straßen kommen hinzu und manchmal führt die Trasse nahezu eben, dann wieder auf Dämmen oder durch eine Senke. Der Bau der Südumgehung von Niederndorf setzt eine Menge exakter Planungen voraus.
Einen Entwurf dieser Trassenplanung bekamen die Mitglieder des Planungsausschusses am Montagabend vorgelegt. Doch das konnte nur der Anfang sein, denn zwei weitere Beratungen werden folgen. Auch hatten die Stadträte die Detailpläne vorab noch nicht in Händen. Auch das Rathaus hatte sie erst am Tag der Sitzung zugestellt bekommen.


CSU verärgert

Die Entwurfsplanung dient zur Vorbereitung des Planfeststellungsverfahrens und beruht auf der Grundlage des Verkehrsgutachtens. Die Trassenführung sei schon sehr konkret, sagte Bürgermeister German Hacker (SPD). In der Fraktionssitzung am 17. und im Stadtrat am 19. Juli wird die Planung noch zweimal erläutert, bevor sie dann auch abgesegnet werden soll. Also noch zweimal Gelegenheit für die Planer, ihre Ausarbeitung anschaulicher zu erläutern als das am Montagabend geschah. Da fühlten sich manche Räte doch eher erschlagen.
Kurt Zollhöfer (CSU) hatte eingangs seinem Ärger Luft verschafft, dass er aus der Presse Details erfahren durfte, die Fraktion aber selbst keinerlei Unterlagen vorab in Händen hatte (Anmerkung der Red.: Wir hatten nach einem Pressegespräch im Rathaus über die Schwerpunkte der Trasse berichtet). Zollhöfer erkannte aber einen gewissen Beratungsbedarf vorab, da es sich im Prinzip doch um eine finale Geschichte handle. "Wir bekamen nur knappe elf Zeilen - sehr dürftig", klagte er.
Deshalb kündigte Fraktionschef Bernhard Schwab auch an, dass man wegen der fehlenden Vorbereitung bei einer Abstimmung dagegen stimmen würde.
Seiner Forderung, nicht abzustimmen, folgte Bürgermeister German Hacker (SPD) dann auch. Es gehe schließlich um eine erste Vorstellung, um einen Zwischenstand. Und das geschehe in guter Tradition eben im Planungsausschuss, früher sogar nichtöffentlich. Außerdem hätte das Gremium an diesem Abend auch nur eine Empfehlung aussprechen sollen.
Dass die große Mehrheit sich der Planung anschließen werde, das zeichnete sich in der Sitzung aber bereits ab. "Wir sind ja für die Südumgehung", umriss es Schwab. Nur bei den bekannten Gegnern von Grünen und Freien Wählern zeichnete sich Ablehnung ab.


14 Bauwerke

Jaqueline Donner und Florian Miller vom Ingenieurbüro Grassl zählten die Bauwerke in den jeweiligen Streckenabschnitte auf. 14 sind es an der Zahl. Vier Brücken sind vorgesehen, darunter drei große. Beispielsweise über den Litzelbach zwischen Hauptendorf und Burgstall: 125 Meter lang und drei Meter hoch oder über den Pfersbachgraben südlich von Hauptendorf. Runde 140 Meter lang wird die Talbrücke über der Altaurach werden, die mit 5,70 Meter auch am höchsten ist.
Jaqueline Donner kündigte auch ein Lärmgutachten an. Lärmschutz sei bei der Brücke über den Litzelbachgraben mit vorgesehen, obwohl man das nicht brauche. Als freiwillige Leistung baue man dort Wandelemente mit auf, sagte Bürgermeister Hacker. Ein Lärmproblem existiere allein an einem einzigen Haus, das des Stadtrats Siegbert Sendner. Dort sei auch eine Maßnahme erforderlich.
Im Stadtrat geht es am 19.Juli nun weiter.