Einmal anzapfen bitte: Martina Barnickel hat es sich auf einer Liege in der Kronachtalhalle bequem gemacht. Die dicke Nadel durchsticht mit einem kurzen Pieks ihre Haut und landet zielsicher in ihrer Vene. Schon rinnt das Blut durch den Schlauch aus ihrem Arm. In etwa zehn Minuten wird der Blutspende-Beutel gefüllt sein.
Wegen der Urlaubszeit sind die Blutspende-Termine im Sommer oft nicht so gut besucht wie sonst. Für eine lückenlose Versorgung der Patienten sind die Blutspendedienste aber dringend auf die Spenden angewiesen. Um neue Spender zu gewinnen, hat der BRK-Kreisverband Kronach eine neue Werbe-Aktion für Erstspender gestartet. Diese werden für ihre erstmalige Spende zusätzlich mit einer sogenannten Powerbank - ein kleines Ladegerät für unterwegs beispielsweise zum Handy- und Smartphone-Aufladen - bedacht. Eine solche Erstspenderin ist Martina Barnickel, die am Dienstag den in der Kronachtalhalle in Steinberg abgehaltenen Blutspendetermin Wilhelmsthal nutzte. Laut der 29-jährigen Wilhelmsthalerin habe sie schon länger Blut spenden wollen, zumal auch ihr Bruder ein regelmäßiger Blutspender sei. Sie ist froh, sich jetzt überwunden zu haben. "Es ist schön, wenn man anderen Menschen helfen kann", sagt sie. Außerdem könne man selbst auch einmal in die Lage kommen, auf fremdes Blut angewiesen zu sein. Dies wisse sie auch aus beruflicher Erfahrung, arbeitet sie doch im Krankenhaus als Ergotherapeutin. "Das ist eine gute Sache", freut sie sich. Von der Sonderaktion wusste sie nichts. Sie war die Erste, die bei dem Termin mit dem kleinen Dankeschön bedacht wurde - ein sinnvolles und praktisches Geschenk, gerade auch für junge Leute, die ja zu den eifrigsten Handy-Nutzern zählen. Den Spendentermin nutzen auch Tobias Zipfel aus Geschwend und Vera Kestel aus Effelter. Die beiden jungen Leute, Abiturjahrgang 2015, kamen im letzen Jahr über eine besondere Aktion zum Blutspenden und sind dabei geblieben. Elf der damaligen Abiturienten vom Frankenwald-Gymnasium hatten damals mit ihrer Blutspende ein Zeichen setzen und mit gutem Beispiel vorangehen wollen.


Fragebogen für Erstspender

Erstspender müssen einen Fragebogen zur gesundheitlichen Vorgeschichte ausfüllen, dann geht es für sie - wie für alle Spender - zur ärztlichen Untersuchung: Der Arzt misst beispielsweise Blutdruck, Puls und Temperatur und bespricht mit ihnen den ausgefüllten Fragebogen. Unter Berücksichtigung aller Befunde entscheidet er über ihre Spendefähigkeit. Mitarbeiter vom Blutspendedienst bestimmen den Hämoglobinwert (der rote Blutfarbstoff). Dies ist wichtig, um eine mögliche Blutarmut auszuschließen und damit die Spender mit der Blutspende nicht zu gefährden. Mittels eines Schnelltests wird bei Erstspendern zusätzlich die Blutgruppe typisiert. Ein Bluttröpfchen aus der Fingerkuppe reicht dafür aus. Dann geht es los: Bei der Blutspende werden circa 500 ml Blut entnommen. hs