Im Prozess zur Umsetzung des staatlich geförderten "Gigabit 2020"-Projektes hat der Marktgemeinderat bei seiner Sitzung am Dienstag mit der Festlegung des Erschließungsgebietes und der Ausbaureihenfolge einen weiteren wichtigen Schritt vollzogen. In den nächsten Monaten werden kleinere Ortsteile der Kommune mit FTTH (Glasfaser ins Haus) versorgt. Die Bauarbeiten beginnen an der Ecksteinmühle bei Prächting sowie an der Trockenmühle bei Kleukheim. In den nächsten drei Monaten sind dann Peusenhof und Sträublingshof an der Reihe. Voraussichtlich Anfang 2021 werden Glasfaserleitungen dann in den Ortsteilen Niederau, Neudorf, Messenfeld, Erlhof sowie in Teilen von Draisdorf und Eggenbach verlegt.

Nun wurde auch der weitere Fahrplan festgelegt, mit dem in den kommenden geschätzt acht Jahren dann Zug um Zug auf Basis des gewählten Betreibermodells und des staatlichen Förderprogramms der komplette Gigabit-Ausbau in der gesamten Marktgemeinde erfolgt. Als notwendige Grundlage für das bevorstehende Auswahlverfahren, sprich der Suche eines Pächters für die Umsetzung des Betreibermodells, wurden nun per Beschluss das Erschließungsgebiet und die Einteilung in drei Bauabschnitte festgelegt.

Bauabschnitte

Bauabschnitt 1 beinhaltet als Los A die Ortsteile Eggenbach und Draisdorf (121 Gebäude), als Los B die Orteile Birkach, Oberbrunn, Unterbrunn, das Gewerbegebiet Ebensfeld und das Gebiet westlich der Bahn in Ebensfeld (337 Gebäude) sowie als Los C die Ortsteile Prächting, Dittersbrunn, Kümmel, Oberküps, Unterküps und Kleukheim (478 Gebäude). Zum Bauabschnitt 2 zählen die Orteile Pferdsfeld, Unterneuses und Döringstadt (318 Gebäude). Als Bauabschnitt 3 folgt schließlich der übrige Teil Ebensfelds (619 Gebäude).

In einem zweistufigen Verfahren wählt der Markt Ebensfeld als nächsten Schritt nun einen Netzbetreiber, also Pächter, für das Betreibermodell aus und wird zu gegebener Zeit darüber abstimmen.

Bürgerhaus wird nicht weiterverfolgt

Die künftige Nutzung des noch ungenutzten Teils des "Neuner-Areals" war bei der Sitzung, bei der die Gemeinderäte diesmal aufgrund der gestiegenen Infektionszahlen und den aktuellen Vorhaben diesmal auch am Platz Mund-Nasen-Schutz trugen, einmal mehr Thema. Die Fraktion der Freien Wähler hatte diesbezüglich die Option eines Bürgerhauses ins Spiel gebracht und eine dahingehende Bedarfserkundung angeregt. Nun informierte der Bürgermeister über deren Ergebnis.

Von 19 abgegebenen Antworten der angeschriebenen Vereine hieß es bei 13, dass diese keine Räumlichkeiten benötigten. Sechs Vereine (VdK, Musikvereinigung, Theatergruppe, Imkerverein, Kleintierzuchtverein und Freie Wähler) gaben an, dass Räumlichkeiten benötigt würden. Lediglich die Freien Wähler nannten konkrete Veranstaltungen für die Nutzung eines Bürgersaales. Alle übrigen Bedarfsanzeigen können aus Sicht der Verwaltung mit bereits vorhandenen Räumlichkeiten abgedeckt werden. Zumal die Freien Wähler ihren ursprünglichen Antrag auf Erstellung einer "Machbarkeitsstudie Bürgerhaus" mittlerweile zurückgezogen haben, wird diese Option seitens der Gemeinde nun auch nicht weiterverfolgt.

Bestattungsgebühren erhöht

Des Weiteren hatte sich das Gremium mit einer notwendigen Änderung der Bestattungsgebühren zu beschäftigen. Seit 2008 waren diese im Markt Ebensfeld unverändert geblieben. Schon in den Vorjahren waren kalkulatorische Verluste eingetreten, konnten aber mittels eines vorhandenen Guthabens noch ausgeglichen werden. Dieses ist nun aufgebraucht, so dass eine Anpassung der Gebühren fällig ist. Die Preisspanne bezüglich des Öffnens und Schließens eines Erwachsenengrabes beispielsweise bewegt sich nach der vom Gremium beschlossenen Erhöhung nun zwischen 610 und 740 Euro (bisher: 560 bis 670 Euro).

Neuer Lkw für den Bauhof im Gespräch

Für den gemeindlichen Bauhof gibt es Überlegungen, einen neuen Lkw anzuschaffen. Der derzeit genutzte Lkw ist mittlerweile 17 Jahre alt. Es wird überlegt, ein größeres Fahrzeug mit rund 13 Tonnen Nutzlast, Kranaufbau und Wechselbrücke zu erwerben. Durch Kran und Wechselsystem wäre ein effizienteres Arbeiten möglich. Die Kosten beliefen sich auf geschätzt 300 000 Euro. Ein Nachrüsten mit Räumschild und Streuer für den Winterdienst wäre möglich. Die Frage einer Anschaffung und deren genaue Ausgestaltung werde nun weiter geprüft, hieß es abschließend.

Bekanntgegeben wurde die Wahl von Norman Hümmer (Freiberg), Markus Knipper (Messenfeld/Neudorf) und Stefan Reutter (Unterbrunn) als Ortssprecher sowie von Georg Schauer (Neudorf) und Stefan Wagner (Unterküps) als Ortsbeauftragte.

Bei der Gemeinderatssitzung stellte sich der neue Kaplan, Pater Lijoy Jacob, dem Gremium vor. Bürgermeister Bernhard Storath hieß ihn in der Gemeinde herzlich willkommen.