Die Bürger der Marktgemeinde Eggolsheim haben am 17. Mai, Gelegenheit, über das zukünftige Aussehen des Baugebiets Schirnaidler Straße zu entscheiden. Zur Abstimmung stehen dabei zwei Entwürfe. Der Entwurf des Bürgerbegehrens sieht die ausschließliche Bebauung der Flurnummern 5676/1, 5677 und 5678 vor. Das vom Gemeinderat aufgestellte Ratsbegehren "Wohnraum schaffen im Markt Eggolsheim im Einklang mit Natur und Landschaft" bezieht eine Streuobstwiese auf Flurnummer 229 und eine Fläche mit Privatgärten östlich des Friedhofs mit ein.

Hierzu nimmt der Bund Naturschutz (BN), Kreisgruppe Forchheim, wie folgt Stellung: "In den Unterlagen zum Ratsbegehren wird der Anschein erweckt, als sei dem Markt der Spagat zwischen bezahlbarem Wohnraum, nachhaltiger Dorfentwicklung und Schonung der Umweltressourcen gelungen. Doch eine genauere Betrachtung der Sachlage lässt einige dieser Aussagen zweifelhaft erscheinen." Die im Ratsbegehren zur Bebauung vorgesehene Streuobstwiese stehe laut BN zweifellos unter dem Schutz des Gesetzes als artenreicher und zu erhaltender Lebensraum. Eine Beseitigung sei ohne triftige Gründe nicht erlaubt. "Als triftiger Grund kann nun gerade nicht gelten, dass die Erschließungskosten des Gesamtprojekts bei Nicht-Bebauung der Streuobstwiese in unzumutbarem Maß steigen würden. Dieses Argument öffnet der Relativierung von Naturschutzrecht Tür und Tor", heißt es beim BN.

Aus folgenden Gründen sei die Streuobstwiese an der Schirnaidler Straße so wichtig: Nicht nur, dass sie die traditionelle Einfassung fränkischer Dörfer, die als identitätsstiftend und erhaltenswert gelte, darstelle. Nicht nur, dass alte Gehölzbestände und ihre Standorte in Ortsnähe klimaverbessernd wirkten. Obstbäume im Alter von 50 Jahren und mehr - wie in der betrachteten Streuobstwiese vorkommend - stellen laut BN Lebensräume in Form von Wurzelraum, Baumkronen und Hohlräumen für seltene Vögel zur Verfügung und sind im Frühjahr Nahrungspflanzen für zahlreiche Insektenarten. Aufgrund dieser Eigenschaften sei besagte Streuobstwiese als Zielvorgabe im Erläuterungsbericht zum Flächennutzungsplan des Markts Eggolsheim als zu erhalten beschrieben worden.

Auch das mit öffentlichen Geldern geförderte Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept (Isek) für den Ort Eggolsheim" (2017) unterstreiche in seinen Handlungsansätzen den Wert der behutsamen Innenentwicklung, des Erhalts""grüner Inseln" und von Gartengrundstücken als identitätsfördernde Maßnahmen.

"Die beabsichtigte Bebauung der Streuobstwiese und der Privatgärten läuft diesen Planungsabsichten zuwider", schreibt der BN. Die vorgesehenen Ersatzmaßnahmen würden erst in Jahrzehnten ökologisch wirksam. Der BN fordert in Person des Vorsitzenden Ulrich Buchholz dazu auf, das Bürgerbegehren zu unterstützen und das Ratsbegehren abzulehnen. red