Nicht einverstanden mit der erneuten Abwägung der Stellungnahmen zur Erweiterung des Röttenbacher Gewerbegebiets, die jüngst im Gemeinderat stattgefunden hat, zeigt sich die Kreisgruppe Höchstadt/Herzogenaurach des Bundes Naturschutz (BN). Es sei symptomatisch, dass nicht die Zerstörung von Feuchtflächen Thema war, sondern dass kein abbauwürdiges Sandvorkommen mehr vorhanden ist. Die Aussage, der hohe Flächenverbrauch sei eine subjektive Darstellung, wie vom Planer geäußert wurde, widerspreche den Vorgaben der Staatsregierung, sei somit also objektiv richtig, heißt es in der Stellungnahme.

Der BN sieht sich in seiner ablehnenden Haltung einig mit maßgeblichen Behörden. Bereits der Planungsverband der Region Nürnberg weise darauf hin, dass in diesem Gebiet der "Sicherung und dem Erhalt besonders schutzwürdiger Landschaftsbestandteile besonderes Gewicht beigemessen" werden soll. Die an das Bauvorhaben angrenzenden geschützten Feuchtwiesen würden beeinträchtigt.

Auch das Landratsamt hatte bereits negative Auswirkungen auf die angrenzenden Biotopflächen befürchtet. Die geplante Maßnahme habe zudem erhebliche Auswirkungen auf die Grundwasserneubildung, so der Umweltbericht. Das berühre vor allem die lokalen Röttenbacher Wasserschutzgebiete und den Wasserzweckverband der Seebachgruppe. Auch das Wasserwirtschaftsamt wehrt sich: "Permanente Grundwasserabsenkungen können nicht befürwortet werden."

Das Röttenbacher Wahrzeichen, die Weißstörche, wären laut BN ebenfalls betroffen. Sie betrachten diese Feuchtwiesen als ihre "Hofwiese". Vor allem bei ungünstiger Witterung seien solche Nahrungsflächen wegen der kürzeren Transportwege wichtig, weil bei hohem Fütterungsbedarf in der Nestlingszeit der Anflug der Altvögel mit nassem Gefieder sehr kräftezehrend sei.

Zu hoher Flächenverbrauch

Ein weiterer Kritikpunkt betrifft den hohen Flächenverbrauch in Röttenbach. Wenn man das von der Bayerischen Staatsregierung ausgegebene Ziel von maximal fünf Hektar pro Tag als Maßstab nimmt, dann stünden der Gemeinde Röttenbach innerhalb einer Wahlperiode von sechs Jahren insgesamt 1,2 Hektar zu. Tatsächlich aber befänden sich in Röttenbach insgesamt Flächen von 12,4 Hektar in Planung. Damit werde das für Röttenbach zugestandene Kontingent um mehr als Faktor 10 überschritten. Neun andere vergleichbare Gemeinden müssten daher zum Ausgleich für die Dauer von sechs Jahren auf jeglichen Flächenverbrauch verzichten. red