von unserem Mitarbeiter Richard Sänger

Großenseebach — Der Vorsitzende der Ortsgruppe Seebachgrund im Bund Naturschutz, Christian Wosegien, zog bei der Jahresversammlung insgesamt eine positive Bilanz und konnte zudem von einem abwechslungsreichen Jahr berichten. Die Naturschützer haben sich um die Amphibien oder Nisthilfen für Vögel gekümmert und auch die Bushaltestellen am Heßdorfer Gewerbepark im Auge behalten. Besonders erfolgreich war die Mitgliederwerbung, und es konnten 24 neue Mitglieder geworben werden, und der Mitgliederstand erhöhte sich auf nunmehr 177.
Als sehr gut bezeichnete Wosegien die Zusammenarbeit mit den Gemeinden Großenseebach, Heßdorf und Weisendorf in den kleinen Dingen. Probleme sieht er aber bei den großen Dingen Flächenverbrauch und der Verarmung der Natur. "Die Artenvielfalt geht nicht irgendwo anders zurück, sondern auch bei uns. Dessen sollten sich alle bewusst sein, die Bürgermeister, die Gemeinderäte und die gesamte Bevölkerung", sagte Wosegien.
Für den Feldweg von Weisendorf nach Oberlindach hat die Ortsgruppe angeregt, zum Schutz der Vögel einen Leinenzwang für Hunde zu erlassen. Bis Ende des Jahres soll eine entsprechende Beschilderung erfolgen, man setzt auf die Einsicht der Hundebesitzer. An der neuen Kinderkrippe in Großenseebach wird auf Antrag des BN ein Krötentunnel in der Straße angelegt.
Viel gearbeitet hat die Ortsgruppe im vergangenen Jahr. 1180 Frösche, Kröten und Molche wurden über die Straße getragen, das waren 40 Prozent mehr als im Vorjahr. Beim Dauerbrenner, der Bushaltestelle am Gewerbepark Heßdorf, hat sich der BN an der Verkehrszählung beteiligt. Der Gemeinderat hat inzwischen die Planung beschlossen, die noch mit den Behörden abgestimmt werden muss. Man habe bei diesem Thema nicht locker gelassen, erklärte Wosegien.
Einen Falkenkasten hat die Ortsgruppe an der Kairlindacher Kirche angebracht und auch im privaten Teil des Weisendorfer Schlossparks sollen im nächsten Jahr Nisthilfen für spezielle Vogelarten aufgehängt werden. Die Ortsgruppe war von den Eigentümern um Beratung bei der Pflege gebeten worden. Im Schlosspark startete auch die Vogelstimmenwanderung mit Hartmut Strunz, die sehr gut angenommen wurde. 43 Vogelarten haben die Teilnehmer in und um Weisendorf entdeckt, aber auch die Probleme der Wiesenvögel kennengelernt, die kaum noch Brutplätze finden. In Weisendorf haben sich die Naturschützer am "Natur- und Kulturwandertag" mit einem Infostand beteiligt und am Markttag Insektenhotels und Kerzen aus Holz verkauft.
Zwei Filmabende zu den Themen "Plastik" und "Trinkwasser" wurden angeboten und Radtouren zu Biotopen organisiert. Tatkräftig geholfen haben die Naturschützer kürzlich auch dem Obst- und Gartenbauverein Weisendorf bei der Anlage zweier Streuobstwiesen. Rund 50 Stunden haben die Mitglieder geleistet und werden sich auch an den Kosten beteiligen.
Mit dem Betreiber der Biogasanlage Kairlindach will Wosegien noch über Alternativen zum Mais sprechen und an die Gemeinde Weisendorf einen Antrag zur Renaturierung der Seebach zwischen Weisendorf und Reinersdorf stellen. "Wir werden auch 2016 in vielfältiger Weise für den Natur- und Umweltschutz im Seebachgrund aktiv sein", erklärte Christian Wosegien abschließend.