Bamberg — Mehrere mögliche Anlaufstellen am 13. September liegen mitten in der Stadt und ließen sich - bei Interesse - gut miteinander kombinieren.
Da ist zum Beispiel der stadtbekannte "Bürsten Nickles", ein alteingesessenes Fachgeschäft am Zinkenwörth 29. Der Familienbetrieb wird in vierter Generation geführt und verfügt über eine historische Werkstatt und originale Ladeneinrichtung in einem Gebäude aus dem 15. Jahrhundert.
Die Schutzgemeinschaft "Alt Bamberg" und die Inhaber bieten zwischen 10 und 16 Uhr halbstündlich Führungen nach Bedarf an. Es können maximal zehn Personen teilnehmen. Es wird das Bürstenmacherhandwerk in traditioneller und originaler Ausstattung vorgeführt.
Am Schönleinsplatz, genauer gesagt am Springbrunnen, beginnen um 10.30, 11.30, 13.30 und 14.30 Uhr Führungen zur ehemaligen Hinterhofindustrie in der Stadtmitte. Mitglieder des Vereins "Freunde des Weltkulturerbes Bamberg" haben zwei Routen ausgearbeitet.
Eine führt vom Schönleinsplatz ausgehend zur Schützenstraße, wo ein Haushaltsgeräte-Hersteller namens Steba produziert hat, bis zur Straße "Am Zwinger". Dort wird es Informationen zu zwei Unternehmen geben, deren Anfänge im Haingebiet liegen, die später expandierten und bis heute an anderer Stelle in der Stadt produzieren: die optische Fabrik Rupp & Hubrach und die Eisengießerei Müller.
Der zweite Weg, den die "Freunde des Weltkulturerbes Bamberg" ausgearbeitet haben, geht vom Schönleinsplatz über die Willy-Lessing-Straße zum Heinrichsdamm. Sie weckt unter anderem Erinnerungen an die ehemalige Nähseidenfabrik, heute Synagoge, und die 1886 gegründete Textilfirma Louis Kahn am Heinrichsdamm 4, später Wäschefabrik Bodenschatz & Co.
Die Führer werden laut Alexandra Schmölder auch mit historischen Aufnahmen ein Bild davon vermitteln, wie und was im 19. Jahrhundert in den Hinterhöfen rund um den Schönleinsplatz produziert worden ist. Die Industriebetriebe hatten sich zumeist aus Handwerksbetrieben entwickelt. Führungen dauern etwa eine halbe Stunde.


Schreinergebäude von 1880

In der Markusstraße 12/Rückgebäude schließlich kann am Denkmaltag von 10 bis 18 Uhr ein altes Schreinergebäude aus der Zeit um 1880 besichtigt werden.
Es gehörte zur ehemaligen Möbelschreinerei Müller. Momentan dient das Gebäude, das nach städtischen Angaben einem Neubauvorhaben weichen soll, als Lagerhalle und für künstlerische Zwecke. jb