"Am 20. Juni beginnt der Sommer auf der Nordhalbkugel unseres Planeten", sagt Roland Müller vom Verein Sternenpark Rhön. Zur Mittagszeit erreicht die Sonne den Gipfel ihrer täglichen Himmelswege. Mehr als 16 Stunden braucht sie dann von Aufgang bis Untergang, und entsprechend weniger Zeit bleibt dem Mond, den Planeten und allen Sternen für nächtlichen Lichterglanz. Tiefdunkle Nacht, zumal unter Berücksichtigung der MESZ-Sommerzeit, kann vor 23 Uhr kaum entstehen und endet gegen 3.30 Uhr.

Neumond ist am 21. Juni, und die Planeten verteilen sich entlang der Ekliptik, die dem Laufweg von Mond und Sonne entspricht, wie folgt: Jupiter und Saturn im Südosten ab etwa Mitternacht. Etwas später und bis in den frühen Morgen hinein der rote Wüstenplanet Mars. Venus wird ab Monatsende wieder "Morgenstern". "Wer sich Zeit nimmt fürs wirklich nächtliche Dunkel, wird auch im Juni reichlich belohnt werden", sagt Roland Müller. Von Osten her wölbt sich die Milchstraße als nord-/südlicher Haltebogen durch die Himmelskuppel. Ihr mittlerer Bereich enthält die Sternbilder Leier, Schwan und Adler, deren hellste Sterne das Sommerdreieck bilden. Über dem Nordhorizont lässt sich Kassiopeia, das Himmels-W, erkennen. Tief im Süden funkelt Antares. Rund um den Zenit gruppieren sich die Sternbilder Herkules, Bootes mit dem Stern Arktur, der Halbkreis von "Corona Borealis" (Nördliche Krone), Großer Wagen und Drache. Im Westen verlassen die Frühlings-Sternbilder die Himmelsbühne.

Sternschnuppen, von März bis Mai kaum aktiv, werden zahlreicher. Der Südhimmel mit den Sternbildern Schütze, Waage, Rabe und Bootes sowie die Drachengegend könnten sich als Ausgangspunkt solchen Funkenflugs erweisen - aus ungetrübter Dunkelheit heraus. red