Wie auch schon bei den vergangenen Ausstellungen mit Großplastiken in Bamberg, soll auch von Rui Chafes ein Kunstwerk gekauft werden. Geeinigt hat man sich bekanntlich auf das Werk "Langsamer Traum", das direkt am Brückenrathaus auf der Stadtseite steht, und dort auch so lange stehen bleiben darf, bis das Kunstwerk gekauft und sein endgültiger Standort vor der Bischofsmühle realisiert ist. Wenn dort am 29. April das neue Welterbezentrum in den Unteren Mühlen eingeweiht wird, ist dieser dann gänzlich neu gestaltete Platz wohl einer der prominentesten und am meisten frequentierten Bambergs. "Dies ist Stadtgestaltung im besten Sinne!", so Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) in der Pressmitteilung aus dem Rathaus. Die Ankaufsumme von 140 000 Euro soll komplett über Fördermittel, Stiftungen, Spender und Sponsoren finanziert werden.

Von Bamberg begeistert

Auch Rui Chafes freut sich über diese Wahl: "Die Skulptur ist wie für diese Stadt gemacht, mit ihren barocken Fassaden und der Natur und Landschaft ringsherum." Und weil er eine "alte und besondere Verbundenheit" zur Stadt Bamberg habe, und seit Jahren immer wieder gerne zurückkomme, kündigte er an - im Falle eines Ankaufs der Skulptur "Langsamer Traum" - zusätzlich seine Skulptur "Ängstlicher Mond", die viele Hain-Besucher verzückt, der Stadt Bamberg zu schenken. "Weil sie dort an ihrem Platz direkt in der Regnitz so gut aussieht und ich den Eindruck habe, dass auch die Bürgerschaft und Besucher Bambergs diese Skulptur dort gerne dauerhaft sehen würden", so der Künstler.

Starke und Kulturreferent Christian Lange zeigen sich überwältigt von diesem großzügigen Angebot. Beim Auftakt zur Spendensammlung sagte der OB: "Rui Chafes hat mit seinen Skulpturen die Herzen der Bamberger im Sturm erobert. Viele Bamberger haben sich auf Erkundungstour gemacht, viele Menschen kamen in den vergangenen Monaten nur wegen Rui Chafes." Manche der Werke seien leicht zu finden wie am Brückenrathaus oder am Domberg, manche versteckt wie jene im Hain, am Schillerplatz oder in der Hauptwachstraße. "Aber alle Werke haben sich wunderbar in die Stadt eingefügt", so Starke, "und wurden ein fester Bestandteil der Szenerie."

Harmonisch eingefügt

Harmonisch fügen sich in Bamberg Großplastiken international ausgezeichneter Künstler wie Fernando Botero, Igor Mitoraj, Joannis Avramidis, Erwin Wortelkamp, Bernhard Luginbühl, Markus Lüpertz oder Jaume Plensa in das historische Antlitz der Innenstadt. Seit 1998 ist ein hochklassiger Weg moderner Skulpturen im Herzen der Weltkulturerbestadt entstanden. Mit dem Ankauf der Großplastik "Langsamer Traum" von Chafes möchte die Stadt ihren Weg moderner Skulpturen nicht nur erweitern, sondern ihm auch einen weiteren hochkarätigen künstlerischen Impuls verleihen. red