Für die Weismainer Blasmusiker bedeutete die Corona-Pandemie keine Feste, Auftritte, Konzerte sowie kaum Kontakt zu den eigenen Mitgliedern und dem Publikum. Auch die Veranstaltungen in der bevorstehenden Adventszeit werden nicht wie gewohnt stattfinden können. Das betrifft auch die traditionelle Martinigans-Verlosung im Kolpinghaus.

Konzert auf dem Parkplatz

Doch die Blasmusiker um ihre Dirigentin Marion Müller Eitzenberger machten aus dieser Not eine Tugend. Bereits in den Sommermonaten wurden die Proben vom Raum im alten Pfarrzentrum auf den Parkplatz dahinter verlegt. Dort konnten die Musiker während der Probe den geforderten Mindestabstand einhalten. Bei schlechtem Wetter zogen die Blasmusiker in den Saal des Kolpinghauses um.

Nachdem die Kapelle bereits am Termin der Weismainer Kirchweih dort ein kleines Standkonzert gegeben hatte, entschloss sich die Gruppe, dies zu wiederholen. Und auch dieses Mal kam das Publikum. Wie Silvia Herold aus Woffendorf es ausdrückte: "Es ist einfach schön, nach den vielen Absagen im Sommer wieder einmal so etwas zu erleben."

Der Herbstanfang tat sein Bestes, um das Standkonzert atmosphärisch zu untermalen. In strahlendem Spätsommerlicht und im gefallenen Laub der großen Linden spielten die Musiker. Schon die Begrüßung mit dem Lied "Grüß Gott, ihr Freunde" aus dem Repertoire der Original Burgenlandkapelle unterhielt das Publikum. Mit der Polka "Sonntag in Böhmen" zeigten die Musiker, dass sie sich trotz Zwangspause in glänzender Form befinden. So blieben auch vorbeikommende Spaziergänger stehen und lauschten den Klängen der Blasmusik.

Der Vorsitzende Jörg Daschner begrüßte die Anwesenden und freute sich über den Besuch. Er erklärte, dass es Ziel war, endlich wieder in der Öffentlichkeit aufzutreten.

Lose gibt es nicht an die Haustür

Er gab weiter bekannt, dass es in diesem Jahr nicht möglich sei, die Lose für die traditionelle Martinigans-Verlosung per Haustürverkauf zu verteilen. Deswegen konnten die Gäste Lose während des Standkonzertes erwerben. Diese können auch weiterhin bei den aktiven Musikern oder direkt bei Schatzmeisterin Elke Bähr unter 09575/1515 erworben werden.

Beim Standkonzert durfte auch der Blasmusikoldie von Ernst Mosch "Kannst du Knödel kochen" nicht fehlen. Das Lied ist mittlerweile zum Markenzeichen der Weismainer Blasmusik geworden, daher sangen die Zuschauer lauthals mit.

Dass die Musiker mehr draufhaben als volkstümliche Blasmusik, zeigten sie mit "Samba- Brazil" und dem Schlagerevergreen "Fahrende Musikanten". Moderner ging es mit "Don't Stop Me Now", dem Welthit der Rockgruppe Queen, weiter.

Mit dem "Frankenliedmarsch" und dem "Oberfrankenlied", einer Hommage an die fränkische Heimat, beendeten die Weismainer Blasmusiker das Standkonzert im malerischen Kastenhof. Das Publikum freute sich, dass die Blasmusik etwas Normalität in die Corona-Pandemie brachte. Roland Dietz