Mit der Deportation der letzten jüdischen Bürger aus Bad Kissingen im Jahr 1942 wurde eine jahrhundertelange Tradition jüdischen Lebens in der Stadt durch das NS-Regime brutal zerstört. Das "Biografische Gedenkbuch der Bad Kissinger Juden während der NS-Zeit" soll die Erinnerung wachhalten an möglichst viele jüdische Bürger und Familien, die hier gelebt haben und das Leben in der Kurstadt geprägt, belebt und bereichert haben.

600 Kurzbiografien

Rudolf und Marlies Walter haben nach mehrjährigen aufwendigen Recherchen ein Online-Gedenkbuch erstellt, das inzwischen über 600 Kurzbiografien aufweist und - als fortlaufendes Projekt konzipiert - jederzeit ergänzt und aktualisiert werden kann. Anders als in vielen Gedenkbüchern anderer Städte, wird nicht nur an die Shoa-Opfer erinnert, die in den Vernichtungslagern ermordet wurden, sondern ganz bewusst auch an die jüdischen Bürgerinnen und Bürger, die sich durch Flucht und Emigration der Vernichtung entziehen konnten und überlebt haben. Soweit möglich, werden Lebensläufe und Schicksale rekonstruiert, um - häufig auch mit Fotos und Dokumenten - ein lebendiges Bild der Personen entstehen zu lassen.

Neue Website

Zu diesem Zweck wurde eine völlig neu konzipierte Website geschaffen. Die Stadt Bad Kissingen hat das Projekt finanziert. Initiiert und betreut wurde es vom Stadtarchiv Bad Kissingen. Die öffentliche Präsentation des "Biografischen Gedenkbuches der Bad Kissinger Juden während der NS-Zeit" findet am Donnerstag, 23. Januar, 18 Uhr, im Rossini-Saal statt. red