Coburg — In diesen Tagen war ein Schreiben in der Stadtverwaltung eingegangen, in dem ein offensichtlich um die korrekte deutsche Rechtschreibung besorgter Bürger darauf hingewiesen hatte, dass im Stadtgebiet Straßenschilder existierten, auf denen die Straßennamen nicht richtig geschrieben seien. Insbesondere monierte er die inkonsequente Koppelung von Vor- und Nachnamen in der Straßenbezeichnung - mal mit, mal ohne Bindestriche.
Und dann versendete der Bürger das Schreiben auch noch, mit der Vermutung "Das Coburger Ordnungsamt besitzt offenbar keinen Duden" und mit Beispielfotos versehen, an das Coburger Tageblatt. Nachdem sich unsere Zeitung am Donnerstag dieser Woche damit an die Pressestelle der Stadt gewandt hatte, reagierte die Stadt sofort.

Streng nach den Regeln

Zumindest deren Pressestelle besitzt einen Duden, wie ihr Leiter, Michael Selzer, gestern humorvoll mitteilte. Verwaltungsintern habe man sich sehr schnell darauf verständigt, die fehlenden Bindestriche auf den Straßenschildern, streng nach den verbindlichen Regeln des "umfassenden Standardwerks", zu ergänzen.

Weber korrigiert persönlich

Und da - nicht zuletzt durch den Schreiber des Briefes - in letzter Zeit immer wieder gefordert worden sei, bestimmte Themen doch zur "Chefsache" zu erklären, habe Coburgs Zweite Bürgermeisterin Birgit Weber (CSU) höchstpersönlich die ersten Korrekturen der fehlerhaften Ausschilderung mittels eines witterungsbeständigen Stiftes übernommen.
"Ich hoffe, dass wir mit dieser Aktion gezeigt haben, dass wir Hinweisen unserer Bürger, die Missstände aufzeigen, konsequent nachgehen, diese ernst nehmen und auch im Rahmen unserer Möglichkeiten abstellen. Die ersten vier Schilder in der Dr.-Hans-Berger-Straße und der Dr.-Hans-Schack-Straße sind jetzt Duden-konform, die restlichen Schilder wird der Coburger Entsorgungs- und Baubetrieb so schnell wie möglich nachbessern", wird Birgit Weber zitiert. Bei Kleinigkeiten, wie beispielsweise fehlenden Bindestrichen auf Straßenschildern, genüge aus Sicht der Zweiten Bürgermeisterin allerdings ein kurzer Hinweis an die zuständige Stelle in der Verwaltung. Wer unbürokratische Hilfe anmahnt, dürfe sich durchaus darauf verlassen, dass ihm in der Coburger Stadtverwaltung geholfen wird. red