Zeichnungen der Kulmbacher Künstlerin Cornelia Morsch sind in der Ausstellungsreihe "Kunst im Treppenturm" zu sehen. Bei der Vernissage, zu der Karstadt-Geschäftsführer Alfons Distler zahlreiche Gäste begrüßte, stellte Kunsthistoriker Matthias Liebel die Künstlerin und ihr Werk vor.
Nach ihrer Schulzeit, die sie bis zur 10. Klasse im Bamberger Eichendorff-Gymnasium verbracht hat, studierte sie an der Kunstakademie Nürnberg. Seit 1986 ist sie als akademische Malerin freiberuflich tätig, darunter vier Jahre in Dänemark. Sie hat zahlreiche Preise und Auszeichnungen erworben und bekam viele öffentliche Aufträge.
Die Arbeiten von Cornelia Morsch bestechen laut Liebel durch hohe handwerkliche Qualität. Auf feingliedrigen Zeichnungen zeigt sie in naturalistischer Detailgenauigkeit Ausschnitte aus der sichtbaren Wirklichkeit, beispielsweise vertrocknetes Laub, Steine, Blumen und Sträucher, die symbolisch für den Kreislauf von Leben und Vergehen stehen.
Die bei "Kunst im Treppenturm" gezeigten Arbeiten aus der Bildreihe "Blau" weisen überdies eine farbliche Verfremdung der Motive auf, was ihnen eine kühl-distanzierte Erscheinungswirkung verleiht. Ausgeführt sind die gezeigten Bilder, die die Künstlerin infolge einer gleichnamigen Ausstellung in Kopenhagen unter dem Titel "Fernes Blau, so nah" subsummiert, fast ausschließlich in Bleistift und farbigen Buntstiften auf Papier. Mit frisch gespitzten Holzgriffeln setzt Morsch Strich für Strich einen neben den anderen: mit unglaublicher Geduld in feingliedrigen, doch mit Bestimmtheit ausgeführten Zügen, bei diagonalem Verlauf meist in rechtsschräger Ausrichtung. Auch die Motive selbst werden oft in diagonale Striche aufgelöst, deren Linienstrukturen zur luftigen Wirkung beitragen.


Vielfältig engagiert

Liebel charakterisierte Cornelia Morsch als "Künstlerin durch und durch, aber auch als Impulsgeberin und Initiatorin". So war sie beispielsweise Mitbegründerin des ersten Kulmbacher Kunstvereins und engagierte sich als Ausstellungsmacherin und Kuratorin bei nationalen wie internationalen Projekten. Mit zahlreichen Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen hat Cornelia Morsch in ganz Nordbayern von sich reden gemacht; doch nicht nur hier, sondern schließlich im gesamten Bundesgebiet, und dies, wie etwa im "Haus der Kunst" in München, mitunter an sehr prominenten Orten. Auch in fernen Ländern konnte sie ihre Werke verschiedentlich präsentieren: in Dänemark natürlich, wo sie mehrere Jahre gelebt hat, in Slowenien, in der Schweiz und in Namibia.
Die Arbeiten sind im Treppenturm bei Karstadt noch bis zum 22. Juli zu sehen. red