Die VR Bank Oberfranken Mitte eG führte die diesjährige ordentliche Vertreterversammlung für das Geschäftsjahr 2019 angesichts der andauernden Beschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie erstmals virtuell durch. Die Vorstandsmitglieder Dieter Bordihn und Stephan Ringwald, der Aufsichtsrat und 86 Mitgliedervertreter blickten auf die Geschäftsentwicklung des abgelaufenen Jahres zurück. Der Live-Stream wurde aus den bankeigenen Räumlichkeiten direkt ins Online-Versammlungsportal im Internet übertragen.

"Es ist sozusagen ein zumindest teilweise ,stillgelegter' November, in dem wir uns befinden", begann Vorstandsmitglied Stephan Ringwald seinen Vortrag und ging auf die aktuelle Lage der Corona-Pandemie ein. "Trotz aller Hürden waren wir mit dem Verlauf des Geschäftsjahres 2019 zufrieden und konnten unsere Reserven weiter stärken. Diesen Weg wollen wir konsequent fortsetzen und ich bin mir sicher, dass uns dies gelingt." Wie Ringwald betonte, habe man als Fundament ein stabiles und zukunftsfähiges Geschäftsmodell, basierend auf den

genossenschaftlichen Werten. "Darauf lässt sich aufbauen", schloss er zuversichtlich seinen Vortrag.

"Grundlegende Herausforderungen sind das Niedrigzinsniveau, eine überbordende Regulatorik und die zunehmende Digitalisierung", führte Vorstandsmitglied Dieter Bordihn in seiner Rede an. "Diesen Herausforderungen stellen wir uns. Für uns ist es wichtig, traditionelle Kundennähe mit moderner Technik zu verbinden. Wir wollen als Bank unseren Kunden alle digitalen Zugangswege ermöglichen, die nachgefragt werden." Dabei sehe man aber auch den großen Bedarf der Kunden an persönlichem Kontakt mit kompetenten Mitarbeitern vor Ort. "Auch weiterhin sind wir in der Region mit kompetenten Mitarbeitern und ansprechenden Geschäftsräumen in der Fläche präsent", bekräftige Bordihn.

Die Bilanzsumme stieg um 50 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr auf 1,27 Millliarden Euro. Der Wert lag deutlich über der durchschnittlichen Bilanzsumme der oberfränkischen (640 Millionen Euro) und der bayerischen Genossenschaftsbanken (774 Millionen Euro).

Die Kundengelder wurden auf 982,5 Millionen Euro (2018: 956,4 Millionen Euro) gesteigert. Wie in den Vorjahren ist festzustellen, dass die Kunden trotz der andauernden Niedrigzinsphase sichere und schnell verfügbare Anlageformen bevorzugten. Mit 61,1 Prozent bildeten die Sichteinlagen die größte Position innerhalb der Kundengelder.

Die Summe aller betreuten Kundengelder und -kredite, Wertpapierdepots und Anlagen in Produkten der Genossenschaftlichen FinanzGruppe belief sich zum Jahresende 2019 auf

2218 Millionen Euro und lag mit 89 Millionen Euro über dem Vorjahresendwert von 2129 Millionen Euro.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnte die Bank die wirtschaftliche Entwicklung in der Region aktiv durch die Vergabe von Krediten an private und gewerbliche Kunden unterstützen. Insgesamt 599,2 Millionen Euro Kreditlinien wurden für Kunden mit ausreichender Bonität zur Verfügung gestellt. Die tatsächliche Inanspruchnahme lag zum Jahresende bei 459,3 Millionen Euro.

Die von Vorstand und Aufsichtsrat vorgeschlagene Verwendung des Jahresüberschusses wurde von der Vertreterversammlung beschlossen. Das Ergebnis wurde im Wesentlichen zur nachhaltigen Dotierung der Rücklagen genutzt. Die Dividende für die Geschäftsguthaben der 29 258 Mitglieder beträgt wie im Vorjahr 2,25 Prozent.

Gesellschaftliches Engagement gehört zu den genossenschaftlichen Grundwerten. Die VR Bank Oberfranken Mitte eG hat insgesamt 187 873 Euro im Jahr 2019 für Kindergärten, Schulen und Vereine sowie für soziale und kulturelle Projekte gespendet.

Vorstand und Aufsichtsrat wurde einstimmig durch die Vertreter Entlastung erteilt. Veränderungen gab es im Aufsichtsrat der Bank. Dieser bestand seit der Fusion im Jahr 2017 aus zehn Mitgliedern. Satzungsgemäß schieden vier Mitglieder des Aufsichtsrates aus. Josef Geiger, Kronach, und Hans-Dieter Groppweis, Kasendorf, schieden aus Altersgründen aus. Timo Ehrhardt, Ludwigsstadt, und Hans-Peter Röhrlein, Untersteinach, wurden von den Vertretern für weitere drei Jahre in den Aufsichtsrat gewählt. Zusammen mit den weiteren Aufsichtsratmitgliedern, Peter Heinlein, Günther Hübner, Alexander Meile, Holger Riegg, Frank Wich und Gerhard Wunder, besteht das Gremium damit zukünftig aus acht Mitgliedern.

"Die ausgeschiedenen Aufsichtsratsmitglieder werden im Rahmen einer Feierstunde geehrt und mit Dank für ihre Verdienste verabschiedet, sobald dies die gegebenen Rahmenbedingungen wieder zulassen", so Aufsichtsratsvorsitzender Peter Heinlein.

Über insgesamt acht Beschlüsse und Wahlen hatte die Vertreterversammlung abzustimmen und tat dies mit der jeweils erforderlichen Mehrheit. Der Einführung der neuen Satzung und der neuen Wahlordnung wurde nach Erläuterung von Vorstandsmitglied Stephan Ringwald zugestimmt. Somit kann zum Beispiel die Vertreterversammlung auch künftig elektronisch durchgeführt werden. In diesem Jahr war dies nur durch das "Gesetz zur Abmilderung der Folgen der Covid-19-Pandemie" möglich. red