Als Pfarrer Arnold Kroll 2009 die Kirchengemeinde in Weißenbrunn vorm Wald übernahm, brachte er eine Tradition mit, die er zuvor schon über Jahre hinweg in der Rödentaler Gemeinde St. Johannis gepflegt hatte: Motorradgottesdienste. Im vergangenen Jahr ist Arnold Kroll, der "Bikerpfarrer" überraschend verstorben. Der Gottesdienst für Biker zum Beginn der Motorradsaison lebt weiter. Er findet in diesem Jahr an der Pfarrkirche Unserer Lieben Frau im Coburger Stadtteil Seidmannsdorf statt.

Arnold Kroll, war einer der Initiatoren der Gruppe "Kirche und Krad" (KuK). Kirche und Krad besteht seit Anfang der 90er Jahre als offenes Treffen im Raum der Kirche für Menschen, denen zwei Räder zur Fortbewegung reichen. Seit 1995 erfolgen Tagesausfahrten im Frühjahr und im Herbst, seit 1998 zusätzlich eine Vier-Tages-Tour am ersten Wochenende im August und seit 2003 sind auch Pilgerfahrten (nach Assisi) im Angebot. Seit 2010 gibt es KuK auch im Dekanat Thurnau seit 2012 auch in Dekanat Kulmbach. Die Saison wird im Frühjahr mit einem Gottesdienst eröffnet. Ende September schließt ein weiterer, der mit einer Tagestour gekoppelt ist, die KuK-Saison ab.

Heimat auf zwei Rädern

"Wir heizen nicht sinn- und ziellos durch die Gegend - wir erfahren Heimat und biken mit allen Sinnen im grünen Bereich", wird das Motto von KuK auf der Internetseite (www.e-kirche.de/web/kuk) beschrieben. Die Gottesdienste sind ökumenisch. Pfarrer Stefan Lipfert (Kasendorf) und Diakon Stefan Alkofer (Lichtenfels) gestalteten sie in den vergangenen Jahren stets gemeinsam mit Arnold Kroll. Sie sorgen dafür, dass es weiter geht mit KuK.

Um an den Ausfahrten und Gottesdiensten von KuK teilzunehmen, muss man übrigens keiner Kirche angehören, denn: "Bei uns ist jede und jeder willkommen. Die Biker sind zwischen 16 und Rentenalter. Vom 125er Schluchtenflitzer bis zum 1600er Tourendampfer, vom klassischen Einsteigerbike und Tourer über Endurotreiber und Chopper bis hin zur Knieschleiferabteilung ist alles vertreten. Manche stehen der Kirche nahe und arbeiten irgendwo in den Gemeinden mit. Andere haben nur über die Bikergruppe Anschluss an "Kirchens" oder suchen ihren eigenen spirituellen Weg", heißt es ausdrücklich auf der KuK-Seite im Internet. Eine Anmeldung ist für die Tagestouren nicht nötig. Kommen sehr viele Teilnehmer zu den Ausfahrten, werden Neigungsgruppen gebildet.

Am Samstag, 6. April, werden Biker aus der weiten Umgebung den Weg nach Seidmannsdorf suchen und finden. Bei den Gottesdiensten in Weißenbrunn trafen sich Jahr für Jahr rund 100 Motorradfahrer, um Gottes Segen für die neue Saison auf zwei Rädern zu empfangen. Immer häufiger besuchten den Gottesdienst aber auch Gläubige, die selbst nicht Motorrad fahren. Die Initiatoren von KuK hoffen, dass mindestens ebenso viele nach Seidmannsdorf kommen. Wie in Weißenbrunn wird es nach dem Gottesdienst Kaffee und Kuchen geben - und wie gewohnt jede Menge "Benzingespräche".