Aus Weißrussland kommt das Repräsentationsorchester der Streitkräfte nach Oberfranken, um hier ohne Gage zugunsten der Arbeit des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge zu spielen. Noch immer werden Gräber deutscher Soldaten in diesem Land gefunden. Durch das Konzert in Ebensfeld wird das Motto des Volksbundes, "Versöhnung über den Gräbern", eindrucksvoll veranschaulicht.
"Eines der weltbesten Militärorchester" - mit diesem Attribut wird die Formation immer wieder versehen. Das Programm für den 2. Februar lässt erwarten, dass es wieder Blasmusik auf höchstem Niveau gibt. Im ersten Teil ist der Schwerpunkt im klassischen und traditionellen Bereich angesiedelt. Beginnen wird das Orchester jedoch mit zeitgenössischer Musik von Leonid Bragynski im klassischen Stil und einer Etude von Alexander Scrjabin (1872-1915).
Der Komponist gehört mit seiner hoch philosophischen Musik zu den wichtigsten Wegbereitern der (nicht nur) russischen Moderne des 20. Jahrhunderts.


"Ave Maria" und "Säbeltanz"

Ein Höhepunkt im ersten Teil wird sicher das "Ave Maria" von Franz P. Schubert sein, gesungen von Victoria Malyutina. Den Soldatenchor aus der Oper "Margarethe" von Charles Gounod wird eine Sologruppe des Posaunenregisters interpretieren. Zu den Klassikern gehört auch der "Säbeltanz" aus dem Ballett "Spartacus"des armenischen Komponisten Aram Chatschaturjan. "An der schönen blauen Donau" - diesen Walzer von Johann Strauß kennt fast jeder. Den Konzertwalzer "Donauwellen" des rumänischen Komponisten und Militärkapellmeisters Iosif Ivanovici ist sicher weniger bekannt. Johann Strauß darf natürlich bei diesem Konzert nicht fehlen. Seine Polka "Auf der Jagd" ist auch heute noch ein echter Hit, ebenso wie der Posaunenexpress von Walter Tuschla für Blasmusikfans.
1998 realisierte Riccardo Cocciante seinen Traum, ein Musical zu komponieren. Gemeinsam mit Luc Plamondon entstand "Notre Dame de Paris", das zu einem international beachteten Erfolg wurde und damit jegliche Erwartung des Komponisten übertraf. Mit "Les tempes des cathedrals" wird eine Bearbeitung von Alexey Yurchenko dargeboten.
Natürlich darf bei einem russischen Orchester Peter Tschaikowsky nicht fehlen. Mit dem Tanz "Possenreißer" aus der Musik zum Drama von Alexander Ostrowski "Schneewittchen" wird dies bestimmt bestens realisiert. "Preußens Gloria" von Gottfried Piefke ist für die Freunde deutscher Militärmärsche im Programm. Zum Abschluss des ersten Teils erklingt Georg Friedrich Händels "Halleluja"- Chor aus dem Oratorium "Der Messias".
Im zweiten Teil zeigt das Orchester, dass es auch andere Stilrichtungen beherrscht. Begonnen wird mit "The Symphonic Marches" von John Williams, der als Erkennungsmelodie vieler Fernsehserien bekannt ist.
Der Marsch "Abschied von der Slawin" von Vasily Agapkin hat in Russland den gleichen Stellenwert wie bei uns der Marsch "Alte Kameraden" und muss einfach gespielt werden.
Mit dem "Prelude Barocco", einem Titel aus der Serie "Rondo Veneziano", wird ein wunderschönes Oboen-Solo von Elena Burenkova zu hören sein.


Potpourri russischer Melodien

Weißrussische Volkslieder, gesungen von Helena Szewczyk, und ein Potpourri russischer Tänze und Lieder - aber auch deutscher Volkslieder - gehören ebenso zum Programm.
Dass die Musiker auch den Big-Band-Sound beherrschen, zeigen sie mit "Feeling Good", dem "Sound Like Sinatra" und einem Jazz-Medley.
Karten gibt es im Vorverkauf zum Preis von 15 Euro (an der Abendkasse 18 Euro). Beginn des Konzertes in der Mehrzweckhalle Ebensfeld um 20 Uhr, Einlass ab 19 Uhr.
Verkaufsstellen: Schreibwaren Neumann, Hauptstraße 31, Tel. 09573/7609, Ebensfeld; Reservistenkameradschaft Ebensfeld, Gartenstraße 8, Telefon 09573/6795; Rathaus Markt Ebensfeld, Rinnigstraße 6, während der Öffnungszeiten; und Kur- und Tourismus-Service, Bahnhofstraße 1, Bad Staffelstein, Tel. 09573/33120.
Übrigens: Jugendliche der Musikvereine im Alter bis 16 Jahre haben freien Eintritt zum Konzert. red