Karl-Heinz Hofmann An der Grundschule Weißenbrunn geht man neue Wege in der Bienenzucht. Man weiß aus fünfjähriger Erfahrung mit der eigenen Schulimkerei, wie wichtig Bienen für die Menschen sind, und leistet ohne großen Aufwand einen wichtigen Beitrag zum Schutz von Umwelt und Natur. Großen Bahnhof gab es beim Einzug der Bienenkönigin mit samt ihrem Volk in ihr neues Hotel.

Der Schulleiter startete einen Aufruf an Nachahmer und Mitmacher: "Jede Biene zählt!" Zum Empfang der Majestät mit ihrem großen Bienenschwarm waren nach Unterrichtsschluss neben Rektor Ralf Knöchel, auch die stellvertretende Schulleiterin Jana Hofmann sowie die Schüler der Bienen AG Julie, Johanna und Alina mit ihrer Leiterin Käthe Thümlein gekommen. Auch Bürgermeister Jörg Neubauer, Pfarrer Christoph Teille und Hausmeister Wolfgang Hauck waren anwesend.

Mit Spannung wurde erwartet, dass "Bienenpate" Reiner Patzelt sein mobiles Bienenhaus öffnete und die Königin mit ihrem Kunstschwarm in ihr neues Zuhause einziehen ließ.

Engagement für die Umwelt

Doch was ist der Hintergrund? Die Grundschule Weißenbrunn ist seit langem Umweltschule. Sie zeichnet sich durch vielfältiges Engagement aus, um diesen Titel zu rechtfertigen, zu behalten und die Aktivitäten für Natur- und Umweltschutz weiter auszubauen. Neuester Clou ist eine Kooperation mit dem Projekt "easyBeeBox", von dem die schon bestehende Schulimkerei nun profitieren kann.

Schulleiter Ralf Knöchel entdeckte zufällig beim Surfen im Internet die "easyBeeBox" und war überzeugt, dass das Konzept genau richtig für die Weißenbrunner Grundschule mit ihrer Schulimkerei war und genau zum Konzept "Bienen machen Schule" passte.

Lust darauf, etwas für die Artenvielfalt zu tun, ohne großartig zu imkern?, so lautete die verlockende Frage des Projekts. Sogleich schrieb Rektor Knöchel die Erfinder dieser Box an.

Sogar der Erfinder kommt vorbei

Die Urheber der Box waren ihrerseits von den Aktivitäten der Schüler im Bierdorf stark angetan. Die Projekt-Gründern spendeten spontan eine "easy BeeBox". Darum ließ es sich auch einer der Erfinder und Tüftler des neuen Bienen-Hotels, Jan Meyer, nicht nehmen, aus der Nähe von Bremen ins Bierdorf zu kommen, um am Einzug des ersten Schwarms selbst teilzunehmen.

Der 21-jährige Student der Biotechnik ist begeisterter Hobby-Imker. Er ist der Kopf hinter der "easyBeeBox" und entwarf vor ein paar Jahren das Konzept. "Wir wollen Menschen darauf aufmerksam machen, wie wichtig Bienen sind, indem sie selbst beobachten können, was diese faszinierenden und wenig erforschten Insekten leisten. Die Bienenhaltung soll für Jung und Alt auf eine neue Art und Weise interessant und benutzerfreundlich gemacht werden, so dass jeder ohne großen Aufwand seinen Beitrag zum Schutz von Umwelt und Natur leisten kann. Dabei steht selbstverständlich das Wohl der Bienen an erster Stelle", erörterte Meyer seine Idee.

Mit einem Volumen von knapp 40 Litern bietet die "easyBeeBox" den Bienen einen optimalen Lebensraum. Hier bauen die Bienen ihre Waben im Naturbau. Der Brutraum ist für den Anwender bewusst nicht zugänglich, damit das Bienenvolk nicht gestört wird und hier eigenständig leben kann. Die einzige Möglichkeit auf das Bienenvolk unterstützend einzuwirken, ist durch den Behandlungsraum gegeben.

Im Vergleich zu anderen Bienenkästen können hier alle nötigen Behandlungen einfach durchgeführt werden, um ein Bienenvolk gesund über das Jahr zu pflegen. Während der Behandlungen ist dabei der Kontakt zu den Bienen und der Stressfaktor dieser Insekten auf ein Minimum reduziert.

Schulleiter Knöchel assistierte beim Einzug und informierte, was die Schüler schon geleistet haben. Die Schüler machten sich im Mai erstmals an die Arbeit, die "easyBeeBox" zu gestalten. Sie haben sie mit Hartöl eingeölt und somit schöner und witterungs beständiger gemacht. Im Juni bereiteten Hausmeister Wolfgang Hauck und Bauhofmitarbeiter den Platz und den Standort für das neue Bienen-Zuhause vor. Die Box wurde aufgestellt, und der erste Bienenschwarm konnte jetzt unter Beifall den Einzug halten.

Das vor fünf Jahren mit Imkerpaten Reiner Patzelt begonnene Imkerprojekt "Bienen machen Schule" erlebt somit einen weiteren Höhepunkt. Ein anderer innovativer Imkerfreund, Christian Deuerling, hat den ersten Bienenschwarm zur Verfügung gestellt, den Bienenpate Reiner Patzelt nun am Freitag in die "easyBeeBox" umsetzte, allen voran ihre Königin.

Jedes Jahr gesunder Honig

Es darf eine Ernte bis zu 15 Kilogramm Wabenhonig pro Jahr erwartet werden. Wabenhonig ist die gesündeste und wertvollste Form des Honigs, das wissen die Schüler der Grundschule Weißenbrunn schon lange und erfreuen sich schon seit fünf Jahren mit Genuss an der süßen Ernte.

Bürgermeister Jörg Neubauer freute sich über die naturnahen und umweltfreundlichen Aktivitäten der Grundschule und dankte der Schulleitung im Namen der Gemeinde Weißenbrunn.

Die Weißenbrunner Bürger stehen hinter ihrer Schule, und auch Bürgermeister und Gemeinderäte wissen die Aktivitäten zu schätzen, sagte Neubauer in Dankbarkeit über das fabelhafte Engagement, welches die Schüler zum Unterricht in die freie Natur lockt.

Ein besonderes Verhältnis will Pfarrer Christoph Teille zu den Bienen aufbauen, handelt es sich doch um seine zukünftigen Nachbarn. Das neue Bienenheim steht nämlich in unmittelbarer Nachbarschaft zum Pfarrhaus und so legt der Geistliche besonders großen Wert auf gute Nachbarschaft mit den fleißigen Neu- Nachbarn.

Wer Fragen hat oder neugierig geworden ist, darf sich gerne an die Grundschule Weißenbrunn wenden. Rektor Ralf Knöchel betont: "Nach- beziehungsweise Mitmachen ist erwünscht, denn jede Biene zählt!"