Zahlreiche Besucher lauschten dem Vortrag über Bienen und die Möglichkeiten einer bienenfreundlichen Gartengestaltung von Imkerberaterin Barbara Bartsch in Thurnau. Im Anschluss stellt Kristina Schröter von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises das Mitmachprojekt "Thurnauer Blütenpracht" vor.

Das Bienen- und Insektensterben rückt in letzter Zeit immer mehr ins Bewusstsein. Aber wie genau leben Honigbienen eigentlich? Wie ist ihr Sozialstaat organisiert und wie kann man einen Garten bienenfreundlich gestalten? All das erläuterte die Staatliche Fachberaterin für Bienenzucht, Barbara Bartsch, vor zahlreichen Zuhörern im neuen Saal des Alten Rathauses.

Sorge bereitet der Referentin die immer schwieriger werdende Versorgung der Bienen mit ausreichend Nektar und Pollen. Im Frühjahr haben die Bienen gut zu tun, wenn Obstbäume und Raps blühen. Aber gerade im Spätsommer sind immer weniger Blumen in der freien Flur und in den Gärten zu finden. Hier könne jeder einzelne viel für eine bienenfreundliche Gestaltung tun. So seien heimische Sträucher eine gute Alternative zu vielen Ziersträuchern. "Eine abwechslungsreiche, bunte Hecke statt einer Thujahecke bietet nicht nur den Bienen Blüten sondern Vögeln einen Nistplatz sowie Futter - meist auch noch im Winter", so Bartsch. Viele Kräuter eigneten sich besonders für Bienen, etwa Schnittlauch, der auch einmal blühen dürfe, Thymian, Dost oder Salbei. Bartsch gab den Tipp, keine gefüllten Blüten zu verwenden, da Bienen hier keine Pollen und, wenn überhaupt, nur sehr wenig Nektar finden.

Ein wichtiger Appell war auch der nach etwas mehr Gelassenheit im Garten: den Rasen einfach wachsen und blühen lassen, nicht jedes Unkraut sofort auszupfen und auch eine wilde Ecke zulassen. Zudem seien auch viele Bäume eine wichtige Nahrungsquelle für Bienen. "Der Mensch will alles besser machen, aber er schafft es leider nicht. Die Natur hat es lange gut gemacht, und dann kam der Mensch..."- mit diesen Worten appellierte Bartsch an die Zuhörer, mehr auf die heimische Natur achtzugeben.

Im Anschluss stellte Kristina Schröter das Projekt "Thurnauer Blütenpracht" vor. Unterstützt durch örtliche Imker, Gartenbauverein, Jäger, den Markt Thurnau und Interessierte ist es das Ziel des Projekts, auf öffentlichen Flächen mehr Blühflächen anzulegen.

Der zweite wichtige Baustein sind die sogenannten "Heile-Welt-Pakete" mit einer bunten Samenmischung, einer Insektennisthilfe und einem Infoschild. Um ein solches, kostenfreies Paket zu erhalten, müssen Interessierte mindestens 10 Quadratmeter Blühfläche anlegen, diese nur einmal im Jahr mähen und mindestens für fünf Jahre erhalten. Die Pakete gibt es im Landratsamt (Telefon 09221/707-401). red