Stadt und Landkreis, Bürger und Schulen im Forchheimer Norden kämpfen seit Jahren für den S-Bahn-Halt, der nicht zuletzt auch aufgrund des massiven Einsatzes der Bürgerinitiative "Pro S-Bahn-Halt Forchheim-Nord" kommen wird. Nun hat sich der Stadtrat - nach Meinung der BI allein aus finanziellen Gründen - für eine Lösungsvariante entschieden, die nach Auffassung der BI für die Schulen als künftige Hauptnutzer (Schüler der Berufs-, Real- und Förderschule), schlichtweg als "suboptimal" bezeichnet werden muss.
Die Bürgerinitiative und die Schulen haben sich daher an den Oberbürgermeister mit der Bitte gewandt, mit Staat und Bahn im Hinblick auf die Schaffung eines zweiten Zugangs im nördlichen Bereich des Bahnsteigs und dessen Finanzierung nochmals zu verhandeln, um zu einer neuen Entscheidungsgrundlage für den Stadtrat zu gelangen. "Dies als Kritik am OB zu verstehen, wie uns das MdL Thorsten Glauber vorhält, erschließt sich uns nicht", schreiben Otwin Schneider und Eduard Nöth, Sprecher und Schirmherr der BI, nun in einer Pressemitteilung mit Bezug auf den FT-Bericht "'Signal' für Neuplanung gefordert" vom 23. Mai. Die Bemühungen der BI um eine Optimierung des Bahnhalts sei zu ihrem Erstaunen als "unfair und unseriös" bezeichnet worden.


"Widersprüche"

Die Aussagen Glaubers - "Jetzt werden wir den zweiten Zugang hoffentlich auch noch hinbringen" und "Es wäre gut, wenn man uns arbeiten lässt" - sehen Nöth und Schneider als Widersprüche. Warum der Vorstoß der BI, nochmals in Verhandlungen mit Staat und Bahn einzutreten "nichts hilft , weil er falsche Zusammenhänge erzeugt", müsse der Abgeordnete erst einmal erklären.
Die BI erklärt weiter, sie habe in ihrem Schreiben an den Oberbürgermeister zudem auf die Errichtung des S-Bahn-Halts Eltersdorf verwiesen. Dort habe der Verkehrsminister Jürgen Herrmann (CSU) mit den Worten "Wir wollen, dass der Zugang zur S-Bahn kurz ist, damit die S-Bahn attraktiv ist" seine Entscheidung für einen zweiten Zugang begründet. "Warum soll das nicht auch in Forchheim möglich sein?", fragen Schneider und Nöth.
Mit einem geschichtlichen Rückgriff versucht die BI ihr Anliegen zu erläutern: Am 25. August 1844 wurde die Eisenbahnstrecke Nürnberg-Bamberg als erste königliche Bayerische Staatsbahn feierlich eingeweiht. "Seit dieser Zeit erfolgen erstmals riesige Eingriffe in diese Bahnstrecke, die jedermann auch in Forchheim bereits ersehen kann. Wir bitten daher um Verständnis, wenn wir bei dieser Milliarden-Investition eine nutzerorientierte und zukunftsfähige Lösung für den Bereich des S-Bahn-Halts Forchheim-Nord fordern und die Verantwortlichen aus Politik und Bahn bitten, alle Hebel in Bewegung zu setzen, dies auch zu erreichen", heißt es in der Pressemitteilung der BI weiter.
Die Bürgerinitiative und auch die Vertreter der Schulen seien bis dato in keinerlei Verhandlungen oder Besprechungen bezüglich der Ausgestaltung des Halts einbezogen worden. red