Wie wollen die Bayern- und Landesligisten die kommende Saison durchziehen? Darüber herrscht nun Klarheit. Die Klubs waren aufgerufen, über das bevorzugte Spielklassenmodell zu entscheiden. Das Ergebnis: Nur die Landesligen Nordwest und Nordwest setzen auf ein anderes Modell und teilen ihre Liga auf.

Mit Blick auf die neue Spielzeit, deren reibungsloser Verlauf sich unter dem Eindruck von Corona nicht mit letzter Sicherheit garantieren lässt, hatte der Bayerischen Fußball-Verband (BFV) zur neuen Saison eine begrenzte Zahl alternativer Spielklassenmodelle zum klassischen System mit Hin- und Rückrunde erarbeitet, vorgestellt und es den Klubs auf Verbands-, Bezirks- und Kreisebene überlassen, das für ihre jeweilige Liga präferierte Modell zu wählen. Der Verbands-Spielausschuss des BFV hatte sich gemeinsam mit den Klubs der Bayern- und Landesligen auf zwei Spielklassenmodelle verständigt. In den beiden Bayernligen Nord und Süd sowie in den Landesligen Mitte, Südost und Südwest sprach sich die Mehrheit für das klassische System mit Hin- und Rückrunde aus.

Die Vereine der Landesliga-Staffeln Nordost und Nordwest votierten hingegen für ein Spielklassenmodell mit einer zweigeteilten Vorrunde sowie einer Final- und Abstiegsqualifikationsrunde (jeweils Hin- und Rückspiel). Nur die besten vier Teams jeder Gruppe erreicht die Aufstiegsrunde. Die zwei Bayernligen sowie die fünf Landesligen starten am 24. Juli in die neue Saison - sofern es die Pandemielage zulässt.

Auch den Klubs auf Bezirks- und Kreisebene blieb überlassen, das für ihre jeweilige Liga präferierte Modell zu wählen. Über die Abfrage-Ergebnisse in den Bezirken und Kreisen informieren demnächst die zuständigen Spielleiter.

BFV-Schatzmeister Jürgen Faltenbacher, der für den Spielbetrieb in Bayern verantwortlich ist, sagt: "Uns war es nach den Erfahrungen aus der Vorsaison wichtig, den Vereinen eine attraktive Alternative mit insgesamt weniger Spieltagen und zumindest in der ersten Saisonhälfte mit mehr Derbys und kürzeren Fahrtwegen anzubieten."

Das sagen die Vereine

Von den fünf oberfränkischen Vertretern der Landesliga Nordwest hat sich nur der FC Coburg für das Alternativmodell (insgesamt votierten zwölf der 19 Vereine dafür) entschieden. "Wir bevorzugen diese Variante, weil wir damit eine größere Flexibilität sehen. Wir wissen ja nicht genau, wie es mit Corona weitergeht. Und es gibt viele interessante Derbys", erklärt Vorsitzender Wolfgang Gremmelmaier die Entscheidung der Vestekicker.

Beim Landesliga-Aufsteiger SC Sylvia Ebersdorf sind die Verantwortlichen wenig begeistert von der Entscheidung. "Wir hätten lieber in klassischer Form gespielt, also mit Hin- und Rückspielen in einer großen Liga", sagt Manager Stefan Finzel. Dementsprechend habe man auch bei der Abstimmung votiert. Doch ganz egal in welcher Form die Auf- und Absteiger in der neuen Saison ermittelt werden, die Ebersdorfer müssen sich mit ihrem sehr hochwertigen Spielerkader sicher vor niemanden verstecken.

Auch der SV Friesen hat für das klassische Modell gestimmt. "Wir hätten gern gegen alle gespielt", sagt der Vorsitzende Alexander Graf. Die Vorteile des neues Systems erschließen sich ihm jedenfalls nicht. Das Argument, dass man sich nun einige längere Fahrten nach Unterfranken spare, lässt er nicht gelten. Zumal das bisherige System auch mehr Abwechslung geboten hätte.

Ebenfalls für den klassischen Spielmodus votierte der SV Memmelsdorf. "Uns erschließen sich die Vorteile des Alternativmodells einfach nicht", sagt Gerd Schimmer, sportlicher Leiter beim SVM. Schließlich müsse man als Landesligist dazu bereit sein, auch etwas längere Anfahrten zu Auswärtsspielen in Kauf zu nehmen.

Den Verantwortlichen des Nordwest-Landesligisten FC Lichtenfels war es im Grunde egal, welches Modell zum Tragen kommt. Enthalten hat sich der Klub aber nicht. "Wir hätten uns auch die 19er-Liga zugetraut und haben dafür gestimmt", sagt der Sportliche Leiter des FCL, Christopher Fischer.

Unzufrieden sei der falsche Ausdruck, meint Fischer. "Wir nehmen's wie's kommt. Von den Teams her ist das sehr interessant, auch wenn wir die Gruppe A als die stärkere einschätzen, wenn man die letzten Platzierungen ansieht. Das wird knackig." Statt 36 haben die Vereine der Neunergruppe sechs bis acht Spiele weniger, hat Fischer ausgerechnet.

LANDESLIGA NORDWEST (19 Vereine) Vorrundengruppe A: SV Friesen, SV Memmelsdorf, FC Geesdorf, FT Schweinfurt, FC Lichtenfels, FC Coburg, SC Sylvia Ebersdorf, TSV Gochsheim, SV Euerbach/Kützbg.

Vorrundengruppe B: SV Alemannia Haibach, TSV Unterpleichfeld, DJK Schwebenried-Schwemmelsbach, FC Fuchsstadt, TG Höchberg, TSV Kleinrinderfeld, TSV 1876 Lengfeld, TuS Röllbach, FC Viktoria Kahl, TSV Rottendorf