Im Vorfeld war viel darüber spekuliert worden, ob der Zeitvorsprung von einer halben Stunde einen Vorteil für den Großmeister darstelle oder die Menge der Kontrahenten, die den Ausschlag zu deren Gunsten geben könnte. Die Antwort fiel beim Uhren-Simultan des Jubilars SC 1868 Bamberg mit Großmeister Michael Bezold im Rokokosaal des Alten Rathauses eindeutig aus. Zu groß erwies sich der Unterschied im Können und im Spielverständnis. Nur ein Remis gab Bezold, ehemaliges Bamberger Vereinsmitglied (1988 bis 1992) und heute Spieler des FC Bayern München, gegen die 30 Herausforderer ab.
Geschickt spielte der für seine Vorliebe für das Blitzschach bekannte Bezold seine Stärke aus. Nur zwei Minuten benötigte er im Schnitt je Durchgang gegen die im Kreis angeordneten Gegner, womit er sich ein großes Zeitpolster herausspielte. Von Runde zu Runde dezimierte er die Zahl seiner Gegner in den für ihn günstigen Partien, um sich später den kritischen Stellungen zu widmen. Dabei hatte der SC 1868 Bamberg alles aufgeboten, was Rang und Namen hatte, um Bezold das Leben schwer zu machen. Darunter drei Spieler der ersten SC-Mannschaft sowie Jens Herrmann und Alexander-Benedikt Sude, die beim Simultan den tschechischen Super-Großmeister David Navara besiegt hatten. Nur Erwin Ortlauf, der Zweite SC-Vorsitzende, trotzte Bezold ein Remis ab. red