E ndlich kommt dieser Artikel und auch noch auf der ersten Seite! Endlich! Seit vielen Jahren beunruhigt mich das...

Meine Gedanken und Erfahrungen dazu: Seit ich auf der Welt bin, war meine Mutter nicht mehr auf der Arbeit - das war damals die Bedingung - und dennoch bin ich gottfroh, dass es so war.

Bessere Betreuung in DDR

1990 fiel die Mauer - was regten sich damals die Wessis über die Ossis auf, dass die ihr Kinder so bald in eine Krippe geben. Da fehlt die Bindung, das war das Regime, etc.

Ja - und wo ist Deutschland heute? Schlechter dran als die "Ossis", denn in der DDR war der Personalschlüssel um Welten besser!

Als mein Mann und ich unseren ersten Sohn erwarteten, studierte ich noch, und ich verdanke es meinen Eltern, dass ich heute eine abgeschlossene Ausbildung habe.

Es gab Tage, da hat mich unser Sohn nicht gesehen, da ich vor ihm aus dem Haus ging und er schon schlief, wenn ich nach Hause kam.

Nie fremdbetreut

Meine Mutter war und ist bis heute eine sehr wichtige Person für ihn. Darüber bin ich sehr froh, denn er musste nie in eine Fremdbetreuung, die es damals noch nicht gab. Das Gute war, dass wir in der kleinen Einliegerwohnung meiner Eltern wohnen durften und mein Bruder ging noch in die Schule.

Als wir dann den zweiten Sohn erwarteten, gab es die Abmachung, dass einer von uns zuhause bleiben werde, solange die Kinder schulpflichtig sind.

Ich war froh, nicht arbeiten zu müssen. Wir rechneten zum Hausbau mit einem Gehalt, verzichteten auf Besonderheiten und es gelang.

Gute Freunde, die damals selber zwei kleine Kinder hatten und voll im Beruf standen, fragten mich damals, wie es mir dann dabei ginge, wenn ich sähe, dass sie so erfolgreich waren und ich als Studierte nur zuhause sei?

Meine Antwort: "Ich habe Zeit für meine Kinder, bin zuhause wenn sie aus der Schule kommen, habe gekocht und kann ihnen bei den Hausaufgaben helfen - ich bin für sie da."

Ich glaube, da hatten sie Mitleid, ich weiß es jedoch nicht mehr. Übrigens bin noch immer mit ihnen befreundet.

Unsere Söhne stehen seit diesem Jahr in Lohn und Brot. Unser Großer fragte mich neulich etwas besorgt: "Mama habt ihr überhaupt mal genug Rente? Habt ihr vorgesorgt?"

Ich war gerührt und dennoch wunderte ich mich über seine Sorgen. Ich habe immer Geld verdient, jedoch hatte ich nur befristete Stellen. Jetzt, da ich bald 50 werde, empfinde ich es manchmal belastend. Da gibt eine gute Ehe Halt!

Das Wichtigste: Unsere Söhne sind beide froh, dass ich zuhause war und immer für sie da war. Manchmal war die "Kontrolle" für sie schwer zu ertragen, aber rückblickend haben sie erkannt, was es für sie bedeutet hat, denn sie kennen die Kinder, deren Eltern diese Möglichkeit nicht hatten.

Meine Eltern und meine Schwiegereltern haben bzw. hatten immer Zeit für mich und meine Familie. Was für ein Glück und Luxus - Gott sei Dank.

Und das möchte ich auch einmal zurück- und weitergeben. Ich hoffe jedoch, dass ich dies auf der Jagd nach Einkommen nicht vergesse .....

Seit Jahren sage ich zu jungen, beruflich aufstrebenden Eltern, die ihre Kinder so bald in die Krippe geben, dass sie bitte darauf achten sollen soviel Geld zu verdienen, damit sie sich ihre Seniorenanlage einmal selber aussuchen können, denn ihre Kinder werden sie vermutlich sonst irgendwo "aufbewahren", so wie sie es im Moment mit ihnen tun. Mein Mann stupst mich dann immer...

Es geht um die Zukunft unserer Gesellschaft! Um ein liebes Miteinander! Kinder sind schließlich keine Statusobjekte!

Ergänzend möchte ich sagen: Die existierende Kinderbetreuung ist sehr sinnvoll für Menschen, die diese Betreuung benötigen, um ihren Lebensunterhalt für ihre Familie zu erwirtschaften. Dafür ist sie ja gedacht.