Weil er nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft die Miete für einen sogenannten "Kaltwassersatz", ein industrielles Kühlgerät, in Höhe von über 20 000 Euro nicht gezahlt hat, musste sich dieser Tage ein ehemaliger Unternehmer aus dem Landkreis vor dem Amtsgericht Haßfurt wegen Betrugs verantworten. Außerdem warf ihm die Staatsanwaltschaft vor, das Gerät später erworben zu haben, den Kaufpreis über rund 9600 Euro jedoch nicht gezahlt zu haben. Das Strafverfahren wurde ausgesetzt.

Auf der Anklagebank wies der 39-jährige Angeklagte über seinen Verteidiger die Vorwürfe zurück. Er habe das Gerät kaufen wollen. Stattdessen seien nur Mietrechnungen gekommen, die er nicht bezahlt habe. Er habe den Mietrechnungen einmal per E-Mail und mehrere Male in Telefonaten mit dem Geschäftsführer widersprochen. Das Gerät sei nur in der Testwoche genutzt worden. Die Firma, die das Gerät lieferte, habe es auch nicht zurückgefordert.

Im Februar 2018 sei ihm dann ein Kaufangebot gemacht worden. Neben dem Kaufpreis für das Gerät in Höhe von 9628 Euro habe die Firma zusätzlich Mietzahlungen von über 12 000 Euro gefordert, weshalb er wiederum nichts gezahlt habe. Er habe dann mit dem Geschäftsführer vereinbart, das Gerät nach Dorsten in Nordrhein-Westfalen zu liefern, und dies auch getan. Er sei bereit gewesen, die Miete in Höhe von 560 Euro für den einwöchigen Testlauf zu zahlen plus einen kleinen "Obolus" für etwaige Aufwendungen. Doch der Geschäftsführer habe sich nicht mehr gemeldet. Stattdessen habe er eine Anzeige wegen Betrugs erhalten.

Zeuge tauchte nicht auf

Der ehemalige Geschäftsführer, der als Zeuge geladen war und mit seiner alten Firma mittlerweile selbst gerichtlich im Clinch liegt, erschien nicht zum Gerichtstermin und muss dafür ein Ordnungsgeld in Höhe von 100 Euro zahlen. Das verhängte die Richterin Ilona Conver.

Der Angeklagte beteuerte vor Gericht, dass das Geld für den Kauf des Kaltwassersatzes vorhanden gewesen sei. Doch ein ermittelnder Beamter der Kriminalpolizei Schweinfurt brachte diese Aussage ins Wanken.

Und die Zahlungsmoral des Angeklagten sei nach Aussage eines Gerichtsvollziehers miserabel, so der Polizist. Mehrere Vollstreckungsaufträge seien erfolglos verlaufen. Mehrmals habe der Angeklagte eine Vermögensauskunft verweigert. Für seine damalige Firma sei ein Insolvenzverfahren eröffnet worden. Auch im Bundeszentralregister ist der Angeklagte mit vier Einträgen vertreten.

Richterin Ilona Conver sah in dem Strafverfahren eher eine zivilrechtliche Auseinandersetzung und schlug eine Einstellung des Verfahrens vor, die der Staatsanwalt jedoch nicht mitmachte. Die Summen, um die es gehe, seien zu hoch, argumentierte er. Da die meisten Abmachungen zwischen dem Angeklagten und der Lieferfirma mündlich gelaufen seien, müsse er den nicht erschienenen Zeugen hören. Die Hauptverhandlung in Haßfurt wurde daher ausgesetzt. Fortsetzung folgt.