Auf Hochtouren laufen die Vorbereitungen zur 400-Jahr-Feier des Juliusspitals, die am Sonntag, 10. Juli, mit dem traditionellen Sommerfest begangen wird. Dabei werden die Besucher einen Blick in die Zeit werfen können, als Julius Echter alles neu regelte, bis hin zu den Speisen, die es jeden Tag gab. Vier Laienschauspieler werden als Pfründner des Jahres 1616 über die damals eingeführten Neuerungen sprechen. Gleich zwei Vorführungen wird es davon geben.


Festgottesdienst in Klosterkirche

Vor wenigen Tagen hat es sich zum 400. Mal gejährt, dass der bekannte Fürstbischof aus Mespelbrunn seinen berühmten erneuerten Fundationsbrief geschrieben hatte. Also lag es für Heimleiterin Dagmar Schirling und ihrem Team nah, die Feierlichkeiten mit dem traditionellen Sommerfest zu verbinden, das immer am Sonntag beim Stadtfest "Musik und Märkte" gefeiert wird. Aber aus gegebenem Anlass wird es ein paar Besonderheiten geben. "Wir wollten einen Festgottesdienst in der Klosterkirche feiern", sagt Dagmar Schirling. Diesen wird Augustinerpater Dr. Arno Meyer um 10 Uhr halten (nicht wie im Pfarrblatt angegeben um 10.30 Uhr). Anschließend gibt es Mittagessen und Unterhaltung den ganzen Nachmittag über bis zum Abend. Natürlich freuen sich die Veranstalter über viele Gäste, aber das Sommerfest hat noch einen anderen Zweck: "Wir wollen, dass die Bewohner und ihre Angehörigen auch einmal einen schönen Tag verbringen können in gemütlicher Atmosphäre", sagt Dagmar Schirling. Und das gilt gleichermaßen für die Betreuten im Juliusspital selbst, wie auch für die Mieter im Betreuten Wohnen Haus St. Michael.
Bei einer 400-Jahrfeier darf natürlich Geschichtliches nicht fehlen. So wird es möglich sein, sich in historischen Kleidern fotografieren zu lassen. "Der Höhepunkt ist unser Pfründnergespräch", macht Dagmar Schirling deutlich. Pfründner hießen früher die Bewohner des Juliusspitals, das gelegentlich bis heute Pfründnerspital genannt wird.


Fundationsbrief umgeschrieben

Von Stadtarchivar Klaus Dieter Guhling haben die Verantwortlichen eine Kopie des erneuerten Fundationsbriefes bekommen. Weil Heimbeiratsvorsitzende Anneliese Albert langjährige Laiendarstellerin ist, werden die Gäste nun ein "Pfründnergespräch" erleben können. Mit dabei sind Dorothea Hanshans, Eugen Albert und Franz Wüst. Der Fundationsbrief wurde so umgeschrieben, dass draus ein Gespräch zwischen vier Pfründnern im Jahr 1616 geworden ist. Sie unterhalten sich über die vielen Neuerungen, die Julius Echter damals eingeführt hat. "Alles war ganz genau geregelt", sagt Anneliese Albert. Julius Echter, hat sogar vorgeschrieben, was es an welchem Tag der Woche zu essen gibt. Der Nachteil: Es war jede Woche das Gleiche.


Katholisch war ein Muss

Und noch detaillierter waren die Verhaltensmaßregeln. "Es musste viel gebetet werden", sagt Anneliese Albert. Die Frauen sollten Flachs zum Spinnen und Wolle zum Stricken bekommen sowie in der Küche helfen. Sie mussten einen ehrbaren Lebenswandel führen und vor allem katholisch sein.
Streng verboten dagegen war der Besuch einer Gastwirtschaft. Wer erwischt wurde, verlor seine Pfründe und musste ausziehen. Um 14.30 Uhr und um 15.30 Uhr wird das Pfründnergespräch im Juliuszimmer aufgeführt.