"Stille, komme hernieder, bring mein Herz zur Ruh, deine Schwingen decken alle meine Wünsche zu ..." Stille, Ruhe, zu sich finden: Es waren Lieder wie das wunderschöne Mantra, im Original von Anne Tusche, bei denen die vielen Besucher beim "Herzenslieder"-Abend am Donnerstag ihr Innerstes, ihre Gedanken spazieren gehen lassen konnten. Die von Ute Fischer-Petersohn mit ihrem Publikum in der Synagoge gesungenen Stücke machten ihrer Bezeichnung "Herzenslieder" alle Ehre.
"Singen ist ein Geschenk, das wir uns selbst und anderen machen" - unter diesem Motto stand der Abend. Dass Singen gesundheitsfördernd ist, Resilienz schafft und sich positiv auf Körper, Seele und Geist auswirkt, ist wissenschaftlich erwiesen. Schon lange im Auftrag des heilsamen Singens unterwegs sind Katharina und Wolfgang Bossinger, an deren Akademie für Singen und Gesundheit Ute Fischer-Petersohn im vergangenen Jahr an der Weiterbildung sing@work teilnahm.
Ganz in sich ruhend, umgeben von einer Aura, die einen sofort in den Bann zieht, konzentrierte sich die charismatische Sängerin auf das Wesentliche: die Musik! Musik, die Brücken schlug - so wahr, so berührend, voller Tiefe. Gesegnet mit einer unglaublich warmen Stimme, öffnete sie die Herzen des Publikums. Eine andächtige Atmosphäre entstand, der sich niemand entziehen konnte. Was sie darbot, war mehr als Musik: Ihre Herzenslieder, Meditationen und Texte streichelten die Seele der Singenden und Zuhörenden.
"Wir singen Herzenslieder über Gott aus allen Kulturen, aus allen Religionen. Das ist wunderschön. Singen schafft Gemeinschaft, und das ist wichtig in unserer so turbulenten Zeit", appellierte sie beim Anstimmen des hawaiianischen Liedes "Emalama i kaheyou" (Sorgt euch um das Heilige Land in rechter Weise).


Losgelöst von der Hast der Zeit

Vom ersten Ton an verstand sie es, ihr Publikum an ihrer Freude an der Musik teilhaben zu lassen, einer Musik zum Eintauchen und zur völligen Loslösung von der Hast unserer Zeit. Eineinhalb Stunden schienen Zeit und Raum vergessen. Die Freude am gemeinsame Singen, die Liebe zur Musik zogen die Besucher in ihren Bann.
Welche beeindruckende Wirkung Singen auf Körper, Geist und Seele hat, machte dieser Erlebnisabend fühl- und hörbar. Singen gibt uns Energie und Kraft, vermittelt Lebensfreude, lässt uns zur Ruhe kommen und entspannen. Die rituellen Lieder vermittelten eine ganz eigene Klang- und Gefühlswelt, die tief ins Innere, in die Seele geht und die Emotionen freisetzt.
Gerade in Gotteshäusern erreicht diese Musik eine neue Dimension. Hier klingen die Worte noch intensiver, die Musik noch bewegender. Das liegt an der Akustik, an der Kraft des Raumes. Losgelöst, weltentrückt, verzaubert - so fühlte sich das Publikum, als es an diesem magischen Abend nach eineinhalb Stunden wieder im Jetzt ankam. Und das Erlebte hinterließ Spuren. So suchten viele nach dem Auf-Wiedersehen-Lied noch das persönliche Gespräch mit der Sängerin. hs