Seit Jahren lädt der Heimatverein Herzogenaurach zu Radtouren ein. Das Motto lautet: "Lerne Deine Heimat kennen!" Dabei stehen neben der Landschaft vor allem historische Stätten, Bauwerke, Museen oder der Besuch von Ausstellungen im Vordergrund. Nach zahlreichen Kirchen in den Nachbarlandkreisen Neustadt/Aisch-Bad Windsheim oder Fürth war das Ziel in diesem Jahr die Wehrkirche im benachbarten Büchenbach.

Der heutige Erlanger Vorort mit der eindrucksvollen Wehrkirche St. Sixtus/St. Walburga ist auf das achte Jahrhundert datierbar. Seine Ursprünge gehen auf Gründung der Bistümer Mainz und Würzburg zurück, bevor das Bistum Bamberg ab 1007 im östlichen Franken die Geschichte bestimmt hat.

25 Radler fuhren zusammen mit dem ehemaligen Vorsitzenden Klaus-Peter Gäbelein zunächst an der Aurach entlang zur Büchenbacher Pfarrei, mit der Herzogenaurach und auch Hannberg seit dem ausgehenden Mittelalter regen Wallfahrtsverkehr pflegte. Unterwegs erfuhren die Teilnehmer manche Anekdote oder historische Besonderheit wie über die Plünderung des Weinkellers oberhalb der Aurach, bei dem am 16. April 1945 einige Herzogenauracher Jugendliche ihren ersten größeren Rausch hatten. Sie waren im Auftrag der politischen Machthaber zwei Tage vorher geschickt worden, um den amerikanischen Vormarsch im Raum Erlangen zu stoppen, den man aus der Fränkischen Schweiz erwartetet hatte. Als sie vernünftiger Weise zur Umkehr aufgefordert worden waren, hungrig und durstig, hieß es: "Ihr Bub'n trinkt soviel ihr mögt!" Man ließ sich kein zweites Mal einladen. Zwischen Frauenaurach und Kriegenbrunn hatten die Nazis damals große Mengen Alkohol gebunkert, an denen sich die Bevölkerung der umliegenden Orte "bediente".

Die kleine Wehrkirche in Büchenbach hat im Laufe der Jahrhunderte zahlreiche Veränderungen und Umbauten erfahren. Bestens erhalten sind noch immer die hohen Wehrmauern um den früheren Friedhof, der erst 1913 in den Ort Büchenbach verlegt worden ist.

Eindrucksvolle Deckengemälde

Pfarrer Marcel Jungbauer, heute der Hausherr in St. Sixtus, erwies sich als profunder Kenner der Geschichte des Kirchleins und der Bauepochen, in denen an dem Gotteshaus immer wieder Veränderungen vorgenommen worden sind: von der Romanik, Gotik, über Renaissance und Barock bis zur Reformation und zur Neuzeit (1803 kam Franken zum Königreich Bayern). Sehr eindrucksvoll sind heute noch die Deckengemälde und die Decke mit Stuckarbeiten von Donato Polli. Auch der Erlanger Künstler Heinrich Kirchner hat mit einem Tabernakel hier seine künstlerischen Spuren hinterlassen.

Schließlich konnte die Herzogenauracher Gruppe auch Parallelen zur hiesigen Pfarrkirche feststellen, denn auch in Büchenbach befindet eine eindrucksvolle Ölbergdarstellung wie am Chor von St. Magdalena in Herzogenaurach. red