von unserem Redaktionsmitglied 
Maximilian Glas

Kreis Haßberge — Als Eismacher Heinrich Albert aus Ebelsbach nach seinem besten Sommer-Umsatz gefragt wird, muss er kurz innehalten. Kein Wunder. Immerhin leitet er bereits seit 35 Jahren seine Eisdiele und hat in der Zeit schon so manchen heißen Sommer miterlebt. Trotzdem kommt er zügig zu einem Fazit. "Es war die beste Saison in den letzten 35 Jahren. Für alle Eisdielen war es ein ausgesprochen gutes Jahr", sagt Heinrich Albert.
An besonders heißen Sommertagen verkaufte der 64-Jährige bis zu 3000 Kugeln Eis. An den Gewohnheiten der Kunden hat sich indes wenig geändert. Immer noch stehen die klassischen Sorten wie Schokolade, Vanille oder Nuss am höchsten im Kurs. Nachgefragt werden aber auch immer häufiger Smoothies, die Albert in diesem Sommer zum ersten Mal anbietet.
Obwohl der Sommer offiziell erst im Juni beginnt, sind laut Albert bereits die Monate März, April und Mai vorentscheidend für die Sommersaison. "Wenn die Sonne bereits im März scheint, bekommen die Leute Heißhunger auf Eis", sagt er. Dieser Hunger ließ zwar den kompletten Sommer über die Kasse klingeln, gönnte aber ihm und seiner Ehefrau Renate keinerlei Verschnaufpause. "Zum Erholen hätten wir schon gerne mal einige Regentage gehabt", sagt der 64-Jährige.


Kaum Freizeit während der Saison

Da das Ehepaar neben der Eisdiele noch eine Pension betreibt, beginnt der Arbeitstag bereits früh um 6.30 Uhr. Vormittags stellt Heinrich Albert das Eis her. Je nach Nachfrage musste er heuer an heißen Tagen den ganzen Nachmittag weiter produzieren. Bis nach 22 Uhr war die die Terrasse der Eisdiele an schönen Sommertagen gefüllt. "Da hat man schnell seine 40 Arbeitsstunden zusammen", sagt Albert und fügt an: "in drei Tagen." An ausgedehnte Freizeit war in diesem Sommer also nicht zu denken.
Als sich Heinrich Albert am vorletzten Sonntag für zwei Stunden das Fußballspiel zwischen Ebelsbach und Steinbach anschauen wollte, klingelte schon nach kurzer Zeit sein Handy. Die Eisdiele war so voll, dass seine Frau Renate Hilfe brauchte. Freier Nachmittag ade. "Man denkt eigentlich, wenn es mittags so heiß ist, dass alle ins Schwimmbad gehen", sagt Heinrich Albert.
Dass sich gute Eisverkäufe und volle Schwimmbäder nicht ausschließen, zeigen die Besucherzahlen der Bäder im Landkreis. Deutlich mehr Besucher als noch im letzten Sommer kann beispielsweise das Freibad in Haßfurt aufweisen. Nach Angaben der Stadtwerke Haßfurt tummelten sich an heißen Tagen am Wochenende knapp 3000 Besucher im Schwimmbad. Der Badebetrieb in Haßfurt läuft genauso wie in den Freibädern in Eltmann und Altenstein noch bis Mitte September, also bis zum Ende der Sommerferien.
Eine Nummer kleiner, aber ebenfalls Rekordzahlen gibt es im Schwimmbad in Kraisdorf (Gemeinde Pfarrweisach) zu vermelden. Die Badbetreiber zählten in dieser Saison insgesamt knapp 3000 Gäste. Ansonsten sind es pro Sommer durchschnittlich nur 1500 Besucher. Zu erklären ist der Anstieg durch die heißen Temperaturen, aber auch durch das nicht geöffnete Freibad in Hofheim, so Badeaufsicht Jürgen Klug. Für dieses Jahr ist das Freibad in Kraisdorf bereits geschlossen.


Mögliche Nachsaison in Ebern

Hoffnung für alle Kinder, die auch nach den Ferien noch im Freien planschen möchten, gibt es in Ebern. Bei geeigneter Witterung würde der Badebetrieb um zwei Wochen, also bis Ende September, verlängert. Auch das Freibad in Ebern konnte seine Besucherzahlen um 20 Prozent steigern. "Wir haben die 80 000 massiv überschritten", verlautete gestern aus der Einrichtung.