Der Höhepunkt im Schützenjahr der Grenzlandschützen Fürth am Berg ist traditionsgemäß die Proklamation des neuen Schützenkönigs. Ganz so einfach wie es klingt war es in diesem Jahr nicht. Der alte Schützenkönig Fabian Kiesewetter gab zwar mit einem 117,1-Teiler (hundertstel Millimeter außerhalb des Zentrums) den besten Schuss ab, durfte aber den Thron nicht besteigen, weil er nach den Statuten des Vereins für fünf Jahre gesperrt ist. Er wurde dadurch zum ersten Ritter gekürt.
Den zweitbesten Schuss gab Alexander Engel mit einem 117,4 Teiler ab. Aber auch er unterliegt noch der Sperre und musste sich mit dem Titel des zweiten Ritters "begnügen". Dann war da noch Gina Holland, die erst kurz vor dem Hauptschießen Mitglied der Grenzlandschützen wurde. Mit einem 137,7-Teiler wurde die Spittel-steinerin die neue Schützenkönigin in Fürth am Berg. Am Tag der Proklamation hatte die neue Regentin gleich doppelt zu feiern, sie durfte nicht nur die Königskette in Empfang nehmen, sondern feierte auch ihren 24. Geburtstag.


Bayernligaerfahrene Schützin

Für die Schützin ist es das erste Mal, dass sie mit der Königswürde betraut wurde. Der Umgang mit dem Luftgewehr ist ihr nicht fremd. Im zarten Alter von 17 Jahren hatte sie ihren ersten Kontakt zum Schießsport. Ihr Erstverein ist die Schützengesellschaft Bad Berneck, für die sie in der Bayernliga (dritthöchste Liga in Deutschland) an den Start geht.
Die Grenzlandschützen will Gina Holland bei regionalen Preisschießen unterstützen. Für die neue Königin ist es wichtig, dass sie nicht nur in Fürth am Berg trainieren kann, sondern dass sie auch gern am Vereinsleben teilnehmen wird. Mitglied ist sie des Weiteren bei den Schützenvereinen in Creidlitz und Einberg. Vorsitzender Michael Fischer versäumte es nicht, sich bei Fabian Kiesewetter für seine hervorragende Regentschaft zu bedanken. Bevor Schützenmeister Achim Streng das gut gehütete Geheimnis um das neue Dreigestirn lüftete, zeigte er sich mit der Beteiligung am Königschießen durchaus zufrieden. In diesem Jahr haben nach seinen Worten 17 Schützen, und damit zwei mehr als im vergangenen Jahr, an dem Wettbewerb teilgenommen.
Fünf von ihnen zeigten so gute Nerven, dass am Ende eine "Zehn" heraussprang. Die Teilnehmer beim Königsschießen dürfen zwei Schüsse auf die Scheibe abgeben. Der beste Schuss wird gewertet. Für den Königspokal werden beide Schüsse herangezogen. Den besten Wert erzielte hierbei Alexander Engel, der sich mit dem Gesamtergebnis von 284,4-Teiler den ersten Platz vor Erwin Röther (487,3-Teiler) und Gina Holland (513,2-Teiler) sicherte.
Sehr zufrieden zeigte sich Achim Streng auch mit der Frequentierung des Hauptschießens. Insgesamt 204 Schützen aus 35 Vereinen, darunter 34 aus den eigenen Reihen, bevölkerten die Schießstände. Den sogenannten "Blattl's Pokal" für den besten Schuss beim Hauptschießen sicherte sich Gina Holland mit einem 13,1-Teiler. Ihr folgten Alexander Engel (22,2-Teiler) und Erwin Röther (23,5-Teiler). Als Sieger bei den jeweiligen Wettbewerben konnten sich verewigen: Peter Baldauf, SG 1868 Bad Berneck, (Ehrenscheibe Schützen, 23,4-Teiler), Henri Herppig, SG Einberg, (Ehrenscheibe Senioren, 3,4-Teiler), Michael Stettner, ZSTSG Schwürbitz, (Hauptscheibe Schützen, 10,6-Teiler), Gerhard Fischer, SG Pressig, (Hauptscheibe Senioren, 20,3-Teiler), Marc Jungkunz, SG Kronach, (Glückscheibe Schützen, 1,8-Teiler), Rolf Zapf, SV Grub am Forst, (Glückscheibe Senioren, 4,4-Teiler), Andreas Schürhoff, SG 1868 Bad Berneck, (Meisterscheibe Schützen, 104,2 Ringe), Henri Herpig, SG Einberg (Meisterscheibe Senioren, 106,9 Ringe).


Stefan Wächter ist 40 Jahre dabei

Die Königsproklamation bot auch den würdigen Rahmen ein langjähriges Mitglied zu ehren. Stefan Wächter hält seit nunmehr 40 Jahren den Grenzland-schützen die Treue.